JENA GOES ENDE GELÄNDE – Sonderzug in die Grube

Nach monate- und jahrelangen Kämpfen im und um den Hambi, wurde am vergangen Wochenende ein wichtiger Zwischenschritt erreicht. Nachdem die Polizei gut eine Woche davor die letzten Baumhäuser geräumt hatte, sind am 06.10. wieder tausende Menschen in den Wald geströmt um sich den Wald zurück zu holen. Mit allen möglichen Menschen sind Finger von Ende Gelände von der Kundgebung in den Wald gegangen. Es wurden neue Baumhäuser errichtet, Barrikaden gebaut und die von RWE geschaffenen Gräben wieder zugeschüttet, während die Polizei nur noch draußen vor dem Wald stehen und zusehen konnte. Diese hatte noch versucht die Kundgebung zu verbieten, war damit aber gescheitert und so kamen letztenendes doch unglaubliche 50.000 Menschen zur Kundgebung. Das Urteil vom Oberverwaltungsgericht in Münster, welches nun erstmal vorläufig die Rodung stoppt, markiert eine deutliche Niederlage für RWE, die NRW-Landesregierung und die Polizei.

Doch nun heißt es dran bleiben!

Auch wenn das vergangene Wochenende ein riesiger Erfolg für die Klimabewegung war, ist es gerade jetzt wichtig dran zu bleiben. Die Bagger baggern immer noch weiter und es muss deutlich gemacht werden, dass ein sofortiger Kohleausstieg unabdingbar ist und es keinen Strukturwandel, sondern ein anderes System braucht!
Deswegen geht es Ende Oktober wieder in die Grube um Kohleinfrastruktur zu blockieren!
Vom 25.-29. Oktober wird es die Aktionstage von Ende Gelände beim Hambacher Revier geben. Da dann ein bisschen länger geblieben wird, wird es auch ein Camp geben, sodass alle Menschen sich in Ruhe auf die Aktionen vorbereiten können.

Das erste Mal in der Geschichte von Ende Gelände wird es dieses Jahr ein Sonderzug geben. Über Prag, Leipzig, Berlin und Hannover geht es dann mit Tausend Menschen in den Hambi!
Und auch Jena fährt mit!
Tickets für den Sonderzug könnt ihr entweder im Ketzal (Zwätzengasse 7/8) kaufen oder bei den Veranstaltungen am 10.10. und am 17.10.von Ende Gelände während der Alternativen Orientierungstage:

Lasst uns also Ende Oktober zeigen, dass wir keine Zeit mehr haben!
System Change, Not Climate Change!

ALOTA 2018: Zum fünften Mal Alternative Orientierungstage an der FSU Jena

Die Alternativen Orientierungstage 2018 stehen in den Startlöchern! Das fünfte Jahr in Folge erwartet Erstsemestler*innen der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) ein umfassendes kritisches Begrüßungsprogramm aus Workshops, Vorträgen und Stadtrundgängen. Zusammen mit dem Arbeitskreis „Politische Bildung“ des Studierenderates der FSU, sowie Genoss*innen von den Falken und der FAU Jena haben wir auch dieses Jahr über 60 Veranstaltungen zusammengestellt, die das widerspenstige Jena sichtbar machen sollen.

Wer also über den Mensa-Tellerrand hinaus schauen und linke Politik in Jena kennenlernen möchte, sich für antirassistische, antifaschistische oder (queer)feministische Themen interessiert oder über antikapitalistische Wohnungs-, Klima- und Bildungskämpfe in der Stadt informieren möchte, wer Anschluss an kritische (Hochschul)Gruppen sucht oder einfach Leute kennenlernen will, die auch nach Alternativen zum Hamsterrad-Hochschultrott suchen, der sollte in den kommenden Wochen unbedingt bei den ALOTA vorbeischauen!

Alle aktuellen Infos zu den Veranstaltungen, sowie das Programm-Booklet gibt es auf alota-jena.org und auf Facebook.

Wir sind dieses jahr mit folgenden vier Veranstaltungen bei den ALOTA vertreten:

Awareness – Alltagssexismen auf die Schliche kommen
09. Oktober | 12:00-14:00 Uhr, Hörsaal 9 (Carl-Zeiss-Straße 3)
Die meisten Frauen* erfahren im Laufe ihres Lebens sexualisierte Gewalt. Jede Frau* ist betroffen von den Unterdrückungsmechanismen patriarchaler und/oder heteronormativer Machtstrukturen – ob bewusst oder unbewusst. Gesamtgesellschaftlich werden solche Übergriffe und Strukturen häufig verharmlost. Das steht im krassen Kontrast zu den Folgen für Betroffene: z.B. Ohnmachtsgefühle durch Objektifizierung. Oft werden daraus entstehende Aggressionen auf sich selbst projiziert. Wir wollen mit euch typische Muster sexualisierter Gewalt und Alltagsexismen aufdecken, über Täter-Opfer-Umkehr und Definitionsmacht sprechen. Sensibilisierung und Awareness helfen, kritische Situationen zu erkennen und sich aus der passiven Opferrolle und/oder Mechanismen der Selbstbeschuldigung zu empowern. Außerdem wollen wir über den juristischen Rahmen sexualisierter Gewalt und Unterstützer*innnenkreise reden, um auf geschehene Übergriffe zu reagieren. Im Anschluss laden wir in einer geschützten FLTI*-Runde zum Erfahrungsaustausch ein.

Mietest du noch, oder kämpfst du schon?
15. Oktober | 16:00 – 18:00 Uhr im Frei(T)raum (Carl-Zeiss-Straße 3)
Die Mieten steigen überall – auch in Jena. Rund um krasse Fälle von Verdrängung und Entmietung stellt sich die soziale Frage derzeit verstärkt als (neue) Wohnungsfrage. Vor diesem Hintergrund kämpfen wir als Teil der Recht auf Stadt-Bewegung für eine Stadt für Alle. In unserem Workshop wollen wir zunächst zeigen, was hinter diesen Slogans steckt, um anschließend gemeinsam mit euch zu diskutieren: Wie ist die Wohnungssituation von Studierenden? Welche Rolle haben wir auf dem Wohnungsmarkt einer Universitätsstadt wie Jena? Was sind Handlungsmöglichkeiten und Protestformen gegen den aktuellen Mietenwahnsinn?

Antifa in Ostdeutschland – Teil 1
16. Oktober | 19:00 – 21:00 Uhr, Hörsaal 7 (Carl-Zeiss-Straße 3)
Von einer Jugendkultur zur eigenständigen Bewegung: Antifaschismus in der DDR. Anfang der 90er Jahre formierte sich im Umfeld des DDR-Fußballmilieus eine immer aktivere und offen militante Naziszene. Zeitgleich entwickelte sich eine alternative Punk- und Jugendkultur, die der staatsozialistischen Konformität und den Übergriffen der Nazis widersprach. Um den spezifischen Bedingungen unter denen antifaschistische Politik Ostdeutschland stattfindet auf die Spur zu kommen, haben wir einen Zeitzeugen eingeladen.

Antifa in Ostdeutschland – Teil 2 (mit Katharina König- Preuss)
18. Oktober | 19:00 – 21:00 Uhr, JG Stadtmitte
Von der Geschichte lernen: Antifaschismus in Jena und Thüringen nach der Wende bis heute. Wie sahen die Anfänge der Antifabewegung in Jena und Thüringen aus? Unter welchen Bedingungen machen wir heute antifaschistische Politik und aus welchen Fehlern und Erfahrungen können wir heute lernen? Um darauf Antowrten zu finden, haben wir uns Katharina König-Preuss und einen älteren antifaschistischen Aktivisten eingeladen. Katharina König-Preuss wuchs in den 90ern in Jenaauf und engagierte sich früh in der noch jungen Antifaszene. Heute arbeitet sie als Landtagsabgeordneten bei der Partei die LINKE in Thüringen und ist Sprecherin für Antifaschismus, Netzpolitik und Datenschutz. Zusammen mit einem älteren Aktivisten wird sie von ihren Erfahrungen des Antifaschismus ab den 90ern in Jena und Thüringen berichten.

Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter*innen. Kommt gern in den Veranstaltungen auf uns zu!

Protest gegen Neonazi-Großevent in Apolda & Solidarität mit der Refugee-BlackBox-Konferenz in Jena!

Gerade jetzt: Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten!
Was wir derzeit sehen: In Chemnitz proben Rassist*innen den Volksaufstand und jagen Migrant*innen, die AfD visiert Regierungsbeteiligungen bei den kommenden Landtagswahlen an und die europäische Abschottungspolitik hat ungebrochen mörderische Konsequenzen auf dem Mittelmeer.

Was wir dabei oft übersehen: Jenseits des Rampenlichts organisieren sich seit Jahren bundesweit Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity gegen Abschiebungen, Isolation und Rechtsruck. Das gibt Hoffnung, das gibt Kraft! Und gerade jetzt braucht das unsere Solidarität!

Black Box Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober
Für den 05./06. Oktober mobilisieren Neonazis nun mal wieder europaweit nach Thüringen: In Apolda findet die 3. Auflage von „Rock gegen Überfremdung“ statt. Mehrere Tausend Faschos werden zu dem Hasskonzert erwartet. Infos zu de geplanten zivilgesellschaftlichen Protestaktionen gibts auf www.wirfuerapolda.de

Wenn sich an jenem Wochenende im Oktober in Apolda die Neonazi-Szene beim widerlichen Rechtrock-Großevent vernetzt, werden gleichzeitig in Jena erneut AktivistInnen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es wird Diskussionen, Präsentationen und Aktionen geben, um neue Strategien gegen den Rassismus und das Abschieberegime in Deutschland zu entwickeln und die Vernetzung der Community zu stärken.

Wie bereits im Januar 2017 wird die Konferenz unter dem Motto „Refugee Black Box“ stattfinden. Die „Black Box“ ist inzwischen zu einem bundesweiten Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten geworden. Mehr Infos und Bilder zur Kampagne findet ihr auf thevoiceforum.org und breakdeportation.blogsport.de.

Die Aktivist*innen sind ein weiteres Mal auf unsere lokale Unterstützung angewiesen!

Schlafplätze
: Ihr habt in dem Zeitraum vom 04. – 07. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) ein Gästezimmer, WG-Zimmer oder eine Couch bei euch zuhause frei? Dann meldet euch bei uns und beantwortet am Besten folgende Fragen: Von wann bis wann? Wie viele Personen? Werden Schlafsäcke etc benötigt? Wo ist eure Wohnung und wer ist die Kontaktperson?

Kochen: Die Koch-Crew freut sich an allen Tagen über Unterstützung. Sagt uns Bescheid, wenn ihr an einem oder mehreren Tagen mitschnippeln und köcheln wollt!

Spenden: Die Refugee-Community setzt auf ihre finanzielle Autonomie, d.h. keine Anträge, aber ein Beitrag von allen, die Teil der Bewegung sind oder mit ihr sympathisieren. Deshalb eure solidarische Spende (wirklich unbedingt gebraucht!) an:

Förderverein The VOICE e.V.
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

Alle Infos zu eurem support per Mail an breakdeportation-jena@riseup.net!

Wie weiter nach #Chemnitz?

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07. September ab 16 Uhr im Infoladen (Schillergäßchen 5)!

Viele, aber immerhin deutlich weniger Nazis als erwartet, kamen am Samstag zur Kundgebung und Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida. Schätzungsweise 5000 nahmen am faschistischen Aufmarsch teil. An den Gegenprotesten von @ChemnitzNazifrei beteiligten sich ca. 4000 Antifaschist*innen. Hunderte entschlossen sich kurzerhand die Straße nicht Höcke, Pegida und co zu überlassen und blockierten an zwei Stellen den Aufzug. Nach weniger als 500 Metern wurde der „Trauermarsch“ gestoppt und zum umdrehen gezwungen. Wie bedanken und bei allen, die sich den Nazis in den Weg gestellt haben!


Photo: PM Cheung on Twitter

Links draufhaun, rechts wegschaun
Trotz des Einsatzes bundesweiter Polizeieinheiten, konnten die Rechten aus ihrer Demo ausbrechen und Jagd auf Linke, Migrant*innen, PoC und Journalist*innen machen. Die Rechten konnten ungestört von der Polizei Räumpanzer und Wasserwerfer blockieren, Hitlergrüße zeigen, Pressevertreter*innen bedrohen, während Linke eingekesselt, erkennungsdienstlich behandelt und stundenlang drangsaliert und festgehalten wurden. Ein weiteres mal sind wir in der Ansicht bestätigt worden, dass die #Pegizei nicht Willens ist, dem tobenden Fascho-Mob Einhalt zu gebieten.

Obwohl bundesweit Antifaschist*innen mobilisiert wurden, waren wir am Samstag in Chemnitz zahlenmäßig unterlegen. In Leinefelde und Plauen fanden zeitgleich weitere faschistische Mobilisierungen statt, die teils mit über 700 Nazis unbehelligt über die Bühne liefen. Trotz erfolgreicher Blockaden in Chemnitz, ein mutmachender Tag für die antifaschistische Bewegung in Ostdeutschland hätte anders ausgesehen.

Neue Qualität rechter Mobilisierung

Die letzte Woche in Chemnitz hat gezeigt, dass der Schulterschluss zwischen militanten Nazihools, ideologischen Führungskadern a la Höcke, Sellner, Bachmann oder Kubitschek und breiter rechtspopulistischer Bewegungen (Pegida) auf der Straße brutale Realität geworden ist. Für die Zukunft heißt das: wenn die Rechten es schaffen, die internen Querelen beiseite zu legen, stehen wir einer neuen Qualität faschistischer Mobilisierung gegenüber. Darauf müssen wir uns vorbereiten!

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07.09.18 ab 16 Uhr im Infoladen oder schreibt uns per Mail an pekari@riseup.net, wenn ihr in gemeinsamer Runde über das Erlebte sprechen wollt oder Repression erfahren habt.

HINFAHREN STATT WEGSEHEN! Gemeinsame Busanreise aus Thüringen nach Chemnitz

Nach dem, was in den vergangenen Tagen in Chemnitz passiert ist, werden wir die Antifaschist*innen in der Stadt nicht alleine lassen! Wir wollen deshalb die Proteste der Chemnitzer*innen unterstüzen und fahren am kommenden Samstag zur Kundgebung „Herz statt Hetze“ des Bündnis Chemnitz Nazifrei!

Die Versuche den Tod eines Menschen auf perfide Weise in Form eines „Trauermarschs“ zu instrumentalisieren, um Hetze gegen Antifaschist*innen und vermeintliche Migrant*innen auf die Straße zu tragen, wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Stellt euch mit uns am Samstag der reaktionären Mischung aus AfD, PEGIDA und Nazihools entgegen!

Wie kommen wir nach Chemnitz?

Wir wollen uns mit vielen Jenaer*innen den Bussen, die ab Erfurt fahren anschließen. Wahrscheinlich können wir in Jena eingesammelt werden. Meldet euch bis morgen (Freitag) 14Uhr mit dem Betreff „Chemnitz“ unter nischeltours@riseup.net und schreibt in die Mail die Anzahl der Personen sowie, dass ihr aus Jena seid. Der genaue Treff- und Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

Wir wollen sicher und gemeinsam von Jena nach Chemnitz und wieder zurück kommen. Bildet deshalb Bezugsgruppen, sprecht euch untereinander ab. An- und Abreise werden wir gemeinsam bestreiten und zusammenbleiben.

Weitere Infos zur Anreise beim „Auf die Plätze Bündnis Erfurt“:

Weitere Infos zu den Gegenprotesten beim „Bündnis Chemnitz Nazifrei“



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