Archiv für Juni 2015

LÄUFT NICHT! Den Naziaufmarsch am 27.Juni in Jena verhindern

Solitresen 2.Runde

Auf geht’s in die zweite Runde: Am Donnerstag, den 18. Juni, findet der nächste Solitresen im Freiraum statt. Mit dem Solitresen wollen wir eine Möglichkeit dafür schaffen, dass verschiedenste Leute in gemütlicher Kneipenatmosphäre zu einem günstigen und undogmatischen Bier oder anderen Getränk zusammenkommen.
Euer Suff ist einem guten Zweck gewidmet, da wir die Einnahmen des Abends an alternative Projekte im Raum Jena spenden. Das letzte Mal ging das Geld an den Freiraum und an die Hausbesetzer*innen aus der Neugasse, um sie bei den Verhandlungskosten zu unterstützen. Diesmal widmen wir uns einem aktuellen Anlass: Am Samstag, den 27. Juni, wollen Thügida und andere Nazis durch Jena kriechen. Daher werden wir mit den Einnahmen des Abends antirassistische Strukturen und Hilfsprojekte für Geflüchtete in Jena stärken – neben einem kleinen Beitrag an den Freiraum und uns, damit auch der nächste Solitresen nicht lange auf sich warten lässt!
Den Freiraum findet ihr im Keller des Kulturbahnhofs, auf der Rückseite des Gebäudes. Ab 19 Uhr geht’s los. Natürlich seid ihr auch am späteren Abend noch gern gesehen.
Kommt zahlreich und vor allem durstig. Bringt eure Freund*innen mit! Pfeffi und self-made Mexikaner sind natürlich wieder mit am Start!

PS.: Die Vokü im Freiraum findet ab jetzt (gewohnt schmackhaft!) unabhängig von uns statt. Für ein paar Stullen werden wir trotzdem sorgen.

I can’t relax with a Burschenschaft in my very Nachbarschaft

I can’t relax with a Burschenschaft in my very Nachbarschaft

Vom 12.-14 Juni wird in Jena die Gründung der Urburschenschaft gefeiert, die vor 200 Jahren aus einem Zusammenschluss der Landsmannschaften entstand. Zu diesem Anlass lädt der Dachverband der deutschen Burschenschaften in den Geburtsort Jena ein. In diesem Flyer erklären wir von Intergrün, warum es wichtig ist, sich gegen dieses Ereignis zu engagieren.

1. Was sind Burschenschaften

Burschenschaften sind eine besondere Form von Studierendenverbindungen. Darunter versteht man einen Zusammenschluss von Studierenden und ehemaligen Studierenden (die “alte Herren” bzw. “hohe Damen” genannt werden) einer Hochschule, die eine Gemeinschaft auf Lebenszeit bilden. Solche Verbindungen gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert und viele der Traditionen und Umgangsformen, die sie pflegen stammen noch aus dieser Zeit.

Burschenschaften berufen sich auf die Urburschenschaft, die sich 1815 in der Grünen Tanne in Jena gegründet hat. Alle Burschenschaften sind farbentragend, das heißt sie tragen bei besonderen Veranstaltungen Band und Mütze in den Farben ihrer Verbindung. Außerdem sind die meisten Burschenschaften schlagend, ihre Mitglieder müssen also mit scharfen Waffen eine sogenannte Mensur fechten. Bei dieser Art des traditionellen Fechtkampfes sollen die ausschließlich männlichen Fechter ihre Tapferkeit und Ehre unter Beweis stellen. Ein Zurückweichen wird dabei als Niederlage angesehen, Verletzungen werden billigend in Kauf genommen.

2. Warum sind Burschenschaften blöd?

Sie sind nationalistisch
Die Urburschenschaft ging aus einer deutsch-nationalistischen Bewegung Anfang des 19. Jahrhunderts hervor, die ein einheitliches großes deutsches Reich forderte. Burschenschaften teilen bis heute Menschen in verschiedene Völker ein und deuten diese unabänderlichen Kategorien ins Positive um. Erkennbar ist das auch am Wahlspruch der Urburschenschaft, den bis heute viele Burschenschaften führen: “Ehre! Freiheit! Vaterland!”.

Sie sind rassistisch
Aus dieser völkischen Grundhaltung ergibt sich ein gefährlicher Rassismus, der Menschen vermeintlicher “Völker” einen unterschiedlichen Wert beimisst. So ist für die Aufnahme in eine Burschenschaft nicht etwa nur die deutsche Staatsbürgerschaft vorausgesetzt, sondern darüber hinaus die volksbezogene Zugehörigkeit zu Deutschland. Schlimmer noch: Im Dachverband der deutschen Burschenschaften gibt es einen „Arierparagraphen“, der Menschen, die ihrer Meinung nach nicht deutsch aussehen, die Aufnahme verwehrt. Hier wird nicht mal mehr der Versuch unternommen, eine historische Parallele zu Nazideutschland zu vermeiden.

Sie sind sexistisch
Burschenschaften beziehen sich auf stereotype Geschlechterrollenbilder. Vermeintlich männliche Eigenschaften werden in Burschenschaften betont, stereotyp weibliche (wie Angst, Schwäche und Emotionalität) sollen bei den Burschaftsanwärtern ausgemerzt werden. Das ist erkennbar an typischen Männlichkeitsriten, wie der Inkaufnahme beim Fechten gefährlich verletzt zu werden oder ausartenden Besäufnissen. Es geht ihnen nicht nur darum, einen reinen Männerbund zu bewahren. Vielmehr ist dieser Grundsatz Ausdruck eines patriarchalen Weltbildes, in dem Frauen die Rolle der Mutter und Hausfrau zugewiesen bekommen oder schlicht auf ein Sexobjekt reduziert werden. Unter diesen Aspekten ist es nicht verwunderlich, dass in die meisten Burschenschaften gar keine Frauen aufgenommen werden.

Sie sind homophob
Wer schwul ist, bleibt nicht lange in einer Burschenschaft. Die Ablehnung der Homosexualität ist ähnlich wie der Ausschluss von Frauen zu erklären: Es geht Burschenschaften unter dem Stichpunkt Homophobie darum, typisch männliche Geschlechtseigenschaften zu konstruieren und zu reproduzieren. Mit der Liebe zwischen Männern werden typisch männlich konnotierte Eigenschaften und
somit auch die gesamt patriachale Gesellschaftsordnung infrage gestellt. Denn: Durch die homosexuelle Liebe würden Männer als passiv dargestellt und “verweiblicht”.

Sie sind Seilschaften-knüpfend
Unter einer Seilschaft versteht man eine möglichst persönliche Bekanntschaft zu einer Person aus Politik oder Wirtschaft. Da sich die Alteingesessenen für ihre jüngeren Kameraden einsetzen, haben diese einen weitaus leichteren Zugang zu machtvollen und besser bezahlten Positionen. Menschen, die keiner Burschenschaft angehören, haben weitaus schlechtere Chancen in solche Positionen zu gelangen, selbst wenn sie dazu qualifizierter wären. Damit werden neben jenen Personen, die einer Burschenschaft gar nicht beitreten wollen, insbesondere jene Gruppen benachteiligt, die aufgrund rassistischer, sexistischer und homophober Diskriminierungen gar keine Chance auf eine Aufnahme in eine Burschenschaft haben.

Was kannst du tun?

Am zweiten Juniwochenende werden anlässlich des 200. Jahrestages der Gründung der Urburschenschaft in Jena unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen stattfinden, die sich kritisch mit Burschenschaften auseinandersetzen. Über diese werden wir dich auf unserer Homepage informieren, weitere Informationen gibt es auch im was-tun-Kalender.
http://wastun.co.vu/events/

Engagiere Dich! Gegen Burschenschaften und völkische Ideologien!

Flyer veröffentlicht von Intergrün und Pekari.

Demonstration gegen Burschenschafts-Feierlichkeit in der FSU Jena

Demonstration gegen Burschenschafts-Feierlichkeit in der FSU Jena

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums zur Gründung der sogenannten Urburschenschaft in Jena, zu welchem die lokalen Burschenschaften Arminia auf dem Burgkeller, Teutonia und Germania einladen, and eine Feierlichkeit in der Aula des Universiätshauptgebäudes (UHG) in er Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Dies wollten 25 DemonstrantInnen nicht unwidersprochen hinnehmen und organisierten Protest. Eine Blockade des Veranstaltungsortes scheiterte am extra engagierten Securitydienst SecuPro, welcher das Hausrecht auf Geheiß der Universitätsleitung durchsetzte. Daraufhin wurden am Hauptzugang Transparente entrollte und Flyer an umstehende PassantInnen verteilt um auf die Umtriebe der Burschenschaften aufmerksam zu machen. Später konnten die DemonstratInnen ein Protest neben der Aulatür gegenüber der Universitätsleitung erstreiten.

Am Abend fanden sich die Burschis dann zu einem Festakt im Jenaer Volksbad ein. Ab 18 Uhr versammelten erneut DemonstrantInnen und empfingen die Burschis und ihre Begleitung mit Transparenten und vereinzelten Sprechchören. Das der Austritt der veranstaltenden Burschenschaften aus dem Verband der Deutschen Burschaften und damit die öffentliche Abkehr von deren Zielen nur ein Lippenbekenntnis ist und weiterhin beste Beziehungen zu neofaschistischen Verbindungen bestehen, belegt folgendes Foto von anwesenden Burschen der Germania Marburg.

Wir treten für eine Universität und Gesellschaft frei von Nationalismus, versteckter und offener Elitenförderung, Sexismus und Männlichkeitskult, Homophobie, Deutschtümmel und Neofaschismus ein.

Das Burschi-Jubiläum zum Desaster machen!