Archiv für September 2018

Protest gegen Neonazi-Großevent in Apolda & Solidarität mit der Refugee-BlackBox-Konferenz in Jena!

Gerade jetzt: Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten!
Was wir derzeit sehen: In Chemnitz proben Rassist*innen den Volksaufstand und jagen Migrant*innen, die AfD visiert Regierungsbeteiligungen bei den kommenden Landtagswahlen an und die europäische Abschottungspolitik hat ungebrochen mörderische Konsequenzen auf dem Mittelmeer.

Was wir dabei oft übersehen: Jenseits des Rampenlichts organisieren sich seit Jahren bundesweit Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity gegen Abschiebungen, Isolation und Rechtsruck. Das gibt Hoffnung, das gibt Kraft! Und gerade jetzt braucht das unsere Solidarität!

Black Box Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober
Für den 05./06. Oktober mobilisieren Neonazis nun mal wieder europaweit nach Thüringen: In Apolda findet die 3. Auflage von „Rock gegen Überfremdung“ statt. Mehrere Tausend Faschos werden zu dem Hasskonzert erwartet. Infos zu de geplanten zivilgesellschaftlichen Protestaktionen gibts auf www.wirfuerapolda.de

Wenn sich an jenem Wochenende im Oktober in Apolda die Neonazi-Szene beim widerlichen Rechtrock-Großevent vernetzt, werden gleichzeitig in Jena erneut AktivistInnen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es wird Diskussionen, Präsentationen und Aktionen geben, um neue Strategien gegen den Rassismus und das Abschieberegime in Deutschland zu entwickeln und die Vernetzung der Community zu stärken.

Wie bereits im Januar 2017 wird die Konferenz unter dem Motto „Refugee Black Box“ stattfinden. Die „Black Box“ ist inzwischen zu einem bundesweiten Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten geworden. Mehr Infos und Bilder zur Kampagne findet ihr auf thevoiceforum.org und breakdeportation.blogsport.de.

Die Aktivist*innen sind ein weiteres Mal auf unsere lokale Unterstützung angewiesen!

Schlafplätze
: Ihr habt in dem Zeitraum vom 04. – 07. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) ein Gästezimmer, WG-Zimmer oder eine Couch bei euch zuhause frei? Dann meldet euch bei uns und beantwortet am Besten folgende Fragen: Von wann bis wann? Wie viele Personen? Werden Schlafsäcke etc benötigt? Wo ist eure Wohnung und wer ist die Kontaktperson?

Kochen: Die Koch-Crew freut sich an allen Tagen über Unterstützung. Sagt uns Bescheid, wenn ihr an einem oder mehreren Tagen mitschnippeln und köcheln wollt!

Spenden: Die Refugee-Community setzt auf ihre finanzielle Autonomie, d.h. keine Anträge, aber ein Beitrag von allen, die Teil der Bewegung sind oder mit ihr sympathisieren. Deshalb eure solidarische Spende (wirklich unbedingt gebraucht!) an:

Förderverein The VOICE e.V.
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

Alle Infos zu eurem support per Mail an breakdeportation-jena@riseup.net!

Wie weiter nach #Chemnitz?

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07. September ab 16 Uhr im Infoladen (Schillergäßchen 5)!

Viele, aber immerhin deutlich weniger Nazis als erwartet, kamen am Samstag zur Kundgebung und Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida. Schätzungsweise 5000 nahmen am faschistischen Aufmarsch teil. An den Gegenprotesten von @ChemnitzNazifrei beteiligten sich ca. 4000 Antifaschist*innen. Hunderte entschlossen sich kurzerhand die Straße nicht Höcke, Pegida und co zu überlassen und blockierten an zwei Stellen den Aufzug. Nach weniger als 500 Metern wurde der „Trauermarsch“ gestoppt und zum umdrehen gezwungen. Wie bedanken und bei allen, die sich den Nazis in den Weg gestellt haben!


Photo: PM Cheung on Twitter

Links draufhaun, rechts wegschaun
Trotz des Einsatzes bundesweiter Polizeieinheiten, konnten die Rechten aus ihrer Demo ausbrechen und Jagd auf Linke, Migrant*innen, PoC und Journalist*innen machen. Die Rechten konnten ungestört von der Polizei Räumpanzer und Wasserwerfer blockieren, Hitlergrüße zeigen, Pressevertreter*innen bedrohen, während Linke eingekesselt, erkennungsdienstlich behandelt und stundenlang drangsaliert und festgehalten wurden. Ein weiteres mal sind wir in der Ansicht bestätigt worden, dass die #Pegizei nicht Willens ist, dem tobenden Fascho-Mob Einhalt zu gebieten.

Obwohl bundesweit Antifaschist*innen mobilisiert wurden, waren wir am Samstag in Chemnitz zahlenmäßig unterlegen. In Leinefelde und Plauen fanden zeitgleich weitere faschistische Mobilisierungen statt, die teils mit über 700 Nazis unbehelligt über die Bühne liefen. Trotz erfolgreicher Blockaden in Chemnitz, ein mutmachender Tag für die antifaschistische Bewegung in Ostdeutschland hätte anders ausgesehen.

Neue Qualität rechter Mobilisierung

Die letzte Woche in Chemnitz hat gezeigt, dass der Schulterschluss zwischen militanten Nazihools, ideologischen Führungskadern a la Höcke, Sellner, Bachmann oder Kubitschek und breiter rechtspopulistischer Bewegungen (Pegida) auf der Straße brutale Realität geworden ist. Für die Zukunft heißt das: wenn die Rechten es schaffen, die internen Querelen beiseite zu legen, stehen wir einer neuen Qualität faschistischer Mobilisierung gegenüber. Darauf müssen wir uns vorbereiten!

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07.09.18 ab 16 Uhr im Infoladen oder schreibt uns per Mail an pekari@riseup.net, wenn ihr in gemeinsamer Runde über das Erlebte sprechen wollt oder Repression erfahren habt.