Archiv für Oktober 2018

Diesjähriger Ratschlag am 02./03. November in Eisenach

Der diesjährige antifaschistische & antirassistische Ratschlag findet vom 2.-3. November in Eisenach statt. Auf dem Ratschlag trifft sich jedes Jahr die ganz Breite antifaschistischer Bündnisse und Gruppen aus Thüringen. Von pluralen Bürgerbündnissen, Gewerkschaften und Parteien bis zu linksradikalen Antifagruppen dient er als Ort des Austausches, der Weiterbildung und Vernetzung.

Am Freitag geht‘s um 17 Uhr mit einem Mahngang, einer Vorführung der NSU-Monologe und einem anschließenden Konzert los. Nach der Begrüßung beginnt der Samstag mit einem Podium zur Frage wie eine antifaschistische Bewegung auf den Rechtsruck reagieren kann – und sollte. Im Anschluss folgen zwei Workshopphasen.

Auch wir beteiligen uns dieses Jahr wieder am Programm und sind mit zwei Workshops vertreten:

Antifa und Männlichkeit
Workshopphase 1: 11:45 – 13:45
Geschlechterrollen prägen uns alle. Das gilt für das Private, das Berufliche, aber auch in die politische Arbeit. Gerade in antifaschistischen Gruppen wird oft von männlicher Dominanz und “Mackern” berichtet. Dieses Problem führte schon in den 80er Jahren zur Gründung von feministischen Antifagruppen, die sich als Reaktion auf dieses Verhalten bildeten. Ihre Kritik wollen wir zum Anlass nehmen, unsere politische Praxis zu hinterfragen. Des Weiteren wollen wir sexistische Verhaltensweisen gemeinsam aufdecken und uns über Erfahrungen zu diesem Thema austauschen.

Solidarität muss praktisch werden!
Workshopphase 2: 14:30 – 16:30
Ob neoliberaler Regen oder autoritärrechtspopulistische Traufe: Die (radikale) Linke gibt in der aktuellen Großwetterlage kein besonders gutes Bild ab. Bunte Regenschirme auf Großdemos ändern daran leider auch nichts. Vielmehr brauchen wir (auch) eine im Alltag verankerte, solidarische politische Praxis, die dort ansetzt, wo derzeit Nährboden für faschistische Tendenzen entsteht: im Kontext zunehmender Prekarität und ökonomischer Verunsicherung. Aber wie kann das konkret aussehen? Wie können wir Solidarität im Kontext von Miete, Jobcenter, Lohnarbeit auch praktisch erfahrbar machen, statt sie nur zu propagieren? Fragen wie diese wollen wir mit euch anhand verschiedener Beispiele und Erfahrungen diskutieren.

Für Kinderbetreuung, Essen und Trinken wird gesorgt sein. Eine Spende ist immer gerne gesehen.

Für Infos zur Anreise aus Jena meldet euch bei uns!

Den Aufruf und weitere Informationen zum Ort, zu den Workshops oder Vorträgen findet ihr auf der Homepage: ratschlag-thueringen.de

JENA GOES ENDE GELÄNDE – Sonderzug in die Grube

Nach monate- und jahrelangen Kämpfen im und um den Hambi, wurde am vergangen Wochenende ein wichtiger Zwischenschritt erreicht. Nachdem die Polizei gut eine Woche davor die letzten Baumhäuser geräumt hatte, sind am 06.10. wieder tausende Menschen in den Wald geströmt um sich den Wald zurück zu holen. Mit allen möglichen Menschen sind Finger von Ende Gelände von der Kundgebung in den Wald gegangen. Es wurden neue Baumhäuser errichtet, Barrikaden gebaut und die von RWE geschaffenen Gräben wieder zugeschüttet, während die Polizei nur noch draußen vor dem Wald stehen und zusehen konnte. Diese hatte noch versucht die Kundgebung zu verbieten, war damit aber gescheitert und so kamen letztenendes doch unglaubliche 50.000 Menschen zur Kundgebung. Das Urteil vom Oberverwaltungsgericht in Münster, welches nun erstmal vorläufig die Rodung stoppt, markiert eine deutliche Niederlage für RWE, die NRW-Landesregierung und die Polizei.

Doch nun heißt es dran bleiben!

Auch wenn das vergangene Wochenende ein riesiger Erfolg für die Klimabewegung war, ist es gerade jetzt wichtig dran zu bleiben. Die Bagger baggern immer noch weiter und es muss deutlich gemacht werden, dass ein sofortiger Kohleausstieg unabdingbar ist und es keinen Strukturwandel, sondern ein anderes System braucht!
Deswegen geht es Ende Oktober wieder in die Grube um Kohleinfrastruktur zu blockieren!
Vom 25.-29. Oktober wird es die Aktionstage von Ende Gelände beim Hambacher Revier geben. Da dann ein bisschen länger geblieben wird, wird es auch ein Camp geben, sodass alle Menschen sich in Ruhe auf die Aktionen vorbereiten können.

Das erste Mal in der Geschichte von Ende Gelände wird es dieses Jahr ein Sonderzug geben. Über Prag, Leipzig, Berlin und Hannover geht es dann mit Tausend Menschen in den Hambi!
Und auch Jena fährt mit!
Tickets für den Sonderzug könnt ihr entweder im Ketzal (Zwätzengasse 7/8) kaufen oder bei den Veranstaltungen am 10.10. und am 17.10.von Ende Gelände während der Alternativen Orientierungstage:

Lasst uns also Ende Oktober zeigen, dass wir keine Zeit mehr haben!
System Change, Not Climate Change!

ALOTA 2018: Zum fünften Mal Alternative Orientierungstage an der FSU Jena

Die Alternativen Orientierungstage 2018 stehen in den Startlöchern! Das fünfte Jahr in Folge erwartet Erstsemestler*innen der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) ein umfassendes kritisches Begrüßungsprogramm aus Workshops, Vorträgen und Stadtrundgängen. Zusammen mit dem Arbeitskreis „Politische Bildung“ des Studierenderates der FSU, sowie Genoss*innen von den Falken und der FAU Jena haben wir auch dieses Jahr über 60 Veranstaltungen zusammengestellt, die das widerspenstige Jena sichtbar machen sollen.

Wer also über den Mensa-Tellerrand hinaus schauen und linke Politik in Jena kennenlernen möchte, sich für antirassistische, antifaschistische oder (queer)feministische Themen interessiert oder über antikapitalistische Wohnungs-, Klima- und Bildungskämpfe in der Stadt informieren möchte, wer Anschluss an kritische (Hochschul)Gruppen sucht oder einfach Leute kennenlernen will, die auch nach Alternativen zum Hamsterrad-Hochschultrott suchen, der sollte in den kommenden Wochen unbedingt bei den ALOTA vorbeischauen!

Alle aktuellen Infos zu den Veranstaltungen, sowie das Programm-Booklet gibt es auf alota-jena.org und auf Facebook.

Wir sind dieses jahr mit folgenden vier Veranstaltungen bei den ALOTA vertreten:

Awareness – Alltagssexismen auf die Schliche kommen
09. Oktober | 12:00-14:00 Uhr, Hörsaal 9 (Carl-Zeiss-Straße 3)
Die meisten Frauen* erfahren im Laufe ihres Lebens sexualisierte Gewalt. Jede Frau* ist betroffen von den Unterdrückungsmechanismen patriarchaler und/oder heteronormativer Machtstrukturen – ob bewusst oder unbewusst. Gesamtgesellschaftlich werden solche Übergriffe und Strukturen häufig verharmlost. Das steht im krassen Kontrast zu den Folgen für Betroffene: z.B. Ohnmachtsgefühle durch Objektifizierung. Oft werden daraus entstehende Aggressionen auf sich selbst projiziert. Wir wollen mit euch typische Muster sexualisierter Gewalt und Alltagsexismen aufdecken, über Täter-Opfer-Umkehr und Definitionsmacht sprechen. Sensibilisierung und Awareness helfen, kritische Situationen zu erkennen und sich aus der passiven Opferrolle und/oder Mechanismen der Selbstbeschuldigung zu empowern. Außerdem wollen wir über den juristischen Rahmen sexualisierter Gewalt und Unterstützer*innnenkreise reden, um auf geschehene Übergriffe zu reagieren. Im Anschluss laden wir in einer geschützten FLTI*-Runde zum Erfahrungsaustausch ein.

Mietest du noch, oder kämpfst du schon?
15. Oktober | 16:00 – 18:00 Uhr im Frei(T)raum (Carl-Zeiss-Straße 3)
Die Mieten steigen überall – auch in Jena. Rund um krasse Fälle von Verdrängung und Entmietung stellt sich die soziale Frage derzeit verstärkt als (neue) Wohnungsfrage. Vor diesem Hintergrund kämpfen wir als Teil der Recht auf Stadt-Bewegung für eine Stadt für Alle. In unserem Workshop wollen wir zunächst zeigen, was hinter diesen Slogans steckt, um anschließend gemeinsam mit euch zu diskutieren: Wie ist die Wohnungssituation von Studierenden? Welche Rolle haben wir auf dem Wohnungsmarkt einer Universitätsstadt wie Jena? Was sind Handlungsmöglichkeiten und Protestformen gegen den aktuellen Mietenwahnsinn?

Antifa in Ostdeutschland – Teil 1
16. Oktober | 19:00 – 21:00 Uhr, Hörsaal 7 (Carl-Zeiss-Straße 3)
Von einer Jugendkultur zur eigenständigen Bewegung: Antifaschismus in der DDR. Anfang der 90er Jahre formierte sich im Umfeld des DDR-Fußballmilieus eine immer aktivere und offen militante Naziszene. Zeitgleich entwickelte sich eine alternative Punk- und Jugendkultur, die der staatsozialistischen Konformität und den Übergriffen der Nazis widersprach. Um den spezifischen Bedingungen unter denen antifaschistische Politik Ostdeutschland stattfindet auf die Spur zu kommen, haben wir einen Zeitzeugen eingeladen.

Antifa in Ostdeutschland – Teil 2 (mit Katharina König- Preuss)
18. Oktober | 19:00 – 21:00 Uhr, JG Stadtmitte
Von der Geschichte lernen: Antifaschismus in Jena und Thüringen nach der Wende bis heute. Wie sahen die Anfänge der Antifabewegung in Jena und Thüringen aus? Unter welchen Bedingungen machen wir heute antifaschistische Politik und aus welchen Fehlern und Erfahrungen können wir heute lernen? Um darauf Antowrten zu finden, haben wir uns Katharina König-Preuss und einen älteren antifaschistischen Aktivisten eingeladen. Katharina König-Preuss wuchs in den 90ern in Jenaauf und engagierte sich früh in der noch jungen Antifaszene. Heute arbeitet sie als Landtagsabgeordneten bei der Partei die LINKE in Thüringen und ist Sprecherin für Antifaschismus, Netzpolitik und Datenschutz. Zusammen mit einem älteren Aktivisten wird sie von ihren Erfahrungen des Antifaschismus ab den 90ern in Jena und Thüringen berichten.

Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter*innen. Kommt gern in den Veranstaltungen auf uns zu!