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Nachtrag zur Aufarbeitung von täterschützendem Verhalten & Auflösungserklärung der Gruppe Pekari

** Triggerwarnung: In diesem Text geht es um sexuelle und sexualisierte Gewalt **

Anschließend an den von uns im August 2021 veröffentlichten Zwischenstand zur Aufarbeitung von Vorfällen sexueller und sexualisierter Gewalt (http://pekari.blogsport.de/2021/08/06/ein-zwischenstand-zur-aufarbeitung-von-vorfaellen-sexueller-und-sexualisierter-gewalt/) möchten wir im Folgenden nun darlegen, wie wir die darin beschriebenen Leerstellen und Versäumnisse in Bezug auf täterschützendes Verhalten in unserer Gruppe bearbeitet haben.
Zudem möchten wir hiermit bekanntgeben, dass wir die Gruppe Pekari in den kommenden Monaten auflösen werden. Wir werden uns bis dahin in kleiner Runde noch um eine politische Gesamtauswertung unserer Arbeit der vergangenen 8 Jahre bemühen, versuchen die für uns wichtigsten Erkenntnisse über die Stärken und Schwächen unseres Organisierungsprojektes festzuhalten und gehen dann unsere Wege. Unsere Webseite werden wir zu Dokumentationszwecken vorerst online lassen. Grund für die Auflösung ist in erster Linie die nur noch sehr geringe Anzahl an verbliebenen Mitgliedern. Es spielen aber auch große und über viele Jahre angestaute Frustrationen in Bezug auf wiederkehrende Probleme unserer Organisierung eine Rolle. Nicht zuletzt haben wir die Entscheidung auch vor dem Hintergrund unserer Fehler und Versäumnisse im Zuge unseres Aufarbeitungsprozesses der vergangenen zwei Jahren getroffen.

Vorab möchten wir zwei Dinge hervorheben: Zum einen basieren unsere Erkenntnisse neben allgemeinen Infos über Täterschutz auch aus Gesprächen mit den Täterschützer*innen selbst. In den beiden ersten beschriebenen Fällen haben wir die Kontaktierung von Betroffenen und deren Unterstützungs-Umfeld nicht für nötig empfunden, da es dabei in erster Linie um eine Auseinandersetzung damit ging, wie ein kritischer Umgang mit Tätern im eigenen Umfeld aussehen kann. In dem dritten beschriebenen Fall rund um die Täterarbeits-Gruppe war es der Wunsch der Betroffenen, nicht weiter mit dem Thema konfrontiert zu werden. Dies bitten wir bei der Einschätzung unseres Textes zu beachten und ihn aus diesem Blickwinkel kritisch zu beleuchten. Zum anderen möchten wir betonen, dass wir selbst keine Expert*innen bezüglich täterschützendem Verhalten sind. Wir möchten nur die Erkenntnisse teilen, die wir aus unseren Fehlern gelernt haben und hoffen, dass diese anderen vielleicht helfen können, einen besseren Umgang mit Vorfällen sexualisierter Gewalt zu finden. Wir sind natürlich weiterhin offen für Kritik, sowie dankbar für Anmerkungen und Hinweise.

1. Wann wird Täterumgang zu Täterschutz? – Aufarbeitung mit ehemaligen Genoss*innen

In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir uns mit täterschützendem Verhalten einzelner Mitglieder unserer Gruppe auseinandergesetzt und möchten nun unsere Erkenntnisse transparent machen. Dazu haben wir uns zunächst zu täterschützendem Verhalten weitergebildet. Einige unserer Erkenntnisse erlangten wir aus einem Podcast/ Vortrag zu „Täterschutz in linken Strukturen“ der MONAliesA_Leipzig (https://www.mixcloud.com/MONAliesA_Leipzig/t%C3%A4terschutz-in-linken-strukturen/), welchen wir an dieser Stelle sehr empfehlen können. Die Auseinandersetzung damit war für uns sehr wertvoll und hat für uns einiges an Klarheit geschaffen. Zum einen, dass wir als Gruppe durch unser Schweigen zu den Outcalls passiven Täterschutz begangen haben. Zum anderen wurde in dem Vortrag der Unterschied und das Spannungsfeld zwischen Täterumgang und Täterschutz erläutert, was uns bei der Bearbeitung der Fälle sehr geholfen hat. Als Täterumgang wird hierbei ein Kontakt zu Tätern beschrieben, welcher eine kontinuierliche kritische Thematisierung der Tat miteinschließt und somit auch nützlich sein kann. Fällt diese kritische Komponente weg, kann der Umgang als Täterschutz bezeichnet werden. Täterschutz kann dabei allerdings auch wesentlich weiter führen, bis hin zu einer aktiven Deckung der Täter oder Angriffe auf und Abwertung von Betroffenen.

Gerade für das Spannungsfeld zwischen Täterschutz und Täterumgang mangelte es uns zuvor an einer begrifflichen Differenzierung, sodass wir, nachdem wir erfahren haben, dass zwei Genoss*innen einen Umgang mit zwei bekannten Tätern haben, zunächst sehr überstürzt reagierten haben und uns weniger inhaltlich damit auseinandergesetzt haben. Wir haben die Genoss*innen zunächst temporär ausgeschlossen, um uns erstmal ein Bild von der Lage zu machen, woraufhin diese die Gruppe jedoch endgültig verlassen haben (Dies lag wohl aber nicht in erster Linie an dem Ausschluss, sondern es gab auch weitere Gründe und der temporäre Ausschluss hat ihnen den Ausstieg leichter gemacht). Nach unserer ersten Phase der Auseinandersetzung mit dem Thema Täterschutz haben wir die beiden nun ehemaligen Genoss*innen (im Folgenden trotzdem weiter „Genoss*innen“ genannt) eingeladen und ihren Täterumgang thematisiert.

Es zeigte sich, dass ein konsequent kritischer Umgang mit den Tätern innerhalb von Freund*innenschaften schwierig ist, auch wenn Taten thematisiert werden. In unserer Betrachtung der Beziehungsgefüge war eine Unterscheidung zwischen Täterumgang und Täterschutz nicht immer einfach, vor allem, da der kritische Umgang mit der Zeit immer weniger kritisch wurde.
In unserem Gespräch fiel uns eine eindeutige Bewertung also schwer. So ist das Verhalten in einigen Punkten als Täterschutz zu benennen, jedoch erschienen uns viele der Schwierigkeiten, mit den Tätern konstant und konsequent kritisch umzugehen auch nachvollziehbar und einige Ansprüche in der Realität schwer umsetzbar, vor allem wenn ein Kontaktabbruch zu einem der Täter auch die Beendigung anderer Freund*innenschaften bedeuten würde. Letztlich konnten wir nicht mit einem festen Ergebnis aus dem Gespräch gehen, aber die Auseinandersetzung kann trotzdem als produktiv angesehen werden.

Anschließend haben wir uns noch mit einem weiteren Genossen getroffen, welcher sowohl im Rahmen einer Täterarbeits-Gruppe, als auch nach Auflösung dieser Gruppe, Täterschutz begangen hat. Dies war uns in Teilen seit etwas über einem Jahr bekannt, allerdings haben wir uns dazu bis Juli diesen Jahres nicht verhalten (siehe vorheriges Statement und der Teil „Unsere Fehler“ in diesem Statement). In dem Gespräch hat er uns noch einmal detaillierter dargelegt, was er getan hat und wie sein Aufarbeitungsprozess danach aussah. Hierbei zeigte sich, dass er definitiv Täterschutz begangen hat. Es hatte bei ihm eine Weile gedauert, das Ausmaß seines täterschützenden Verhaltens einzusehen, mittlerweile hat bei ihm jedoch ein recht umfassender Reflexionsprozess stattgefunden, welcher allerdings noch nicht abgeschlossen ist. Vor allem hier machte sich bemerkbar, dass wir nur seine Perspektive kennen und nicht die Perspektive, der von der Tat betroffenen Person, was eine abschließende Einschätzung seines Verhaltens und seiner Aufarbeitung schwierig macht. In einem zweiten Treffen mit ihm behandelten wir dann vor allem die Rolle unserer Gruppe und wie unser Nicht-Verhalten ihm gegenüber zustande kam. Aus diesen beiden Treffen sind wir mit einigen vorläufigen Erkenntnissen zu begangenen Fehlern, aber auch zu Verbesserungsmöglichkeiten hervorgegangen, welche in den folgenden Abschnitten dargestellt werden sollen.

2. Was waren unsere Fehler im Umgang mit täterschützendem Verhalten?

Wir möchten zuerst konkreter auf unsere Fehler im Umgang mit täterschützenden Verhalten von und in unserer Gruppe eingehen.

Unwissenheit und Bagatellisierung

Die von uns im ersten Statement angesprochene Unwissenheit und Naivität unserer Gruppe in Bezug auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt in den eigenen Reihen setzt sich bezüglich des Umgangs mit Täterschutz fort. Unwissenheit darüber, was Täterschutz ist, wie sich Täterschutz ausdrückt und welche Auswirkungen Täterschutz hat, führte dazu, dass wir uns als Gruppe nicht früher mit den konkreten Fällen beschäftigt haben. Dabei haben wir das täterschützende Verhalten als nicht so gravierend wahrgenommen, es bagatellisiert und nicht gesehen, dass wir uns dazu Verhalten müssen.

Verantwortungslosigkeit und -diffusion

Hinzu kam, dass wir uns innerhalb der Gruppe individuell jeweils auf die anderen Gruppenmitglieder verlassen haben. Jede*r ging davon aus, dass es sicher schon jemand anderes in der Gruppe gibt, der*die besser über den Fall informiert ist und daher eingreifen würde, falls wir dies thematisieren sollten. Hier zeigt sich, wie Verantwortungsdiffusion in Verantwortungslosigkeit übergeht.
Dieses Gefühl wurde dadurch unterstützt, dass wir mitbekommen haben, dass bei unserem Genossen bereits Aufarbeitungsprozesse in Bezug auf sein täterschützendes Verhalten stattfanden und wir deshalb glaubten, uns als Politgruppe nicht weiter damit beschäftigen zu müssen. Wie komplex die Aufarbeitungsprozesse waren, war uns zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht bewusst. Wir nahmen an, dass in der individuellen Aufarbeitung bereits etwas gelernt wurde und vertrauten darauf, dass dies ausreichen würde.

Keine aktive Beschäftigung mit der Betroffenenperspektive

Erneut fehlte uns auch in der speziellen (Nicht-)Auseinandersetzung mit Täterschutz die Betroffenenperspektive und wir waren zu sehr auf die Sicht des Täters und seinem (täterschützenden) Umfeldes fokussiert. Erst durch die nachdrückliche Beschäftigung mit der Betroffenenperspektive, aus der zumindest das Verhalten eines Genossen klar als Täterschutz benannt wird, setzten wir uns mit den täterschützenden Verstrickungen unserer (ehemaligen) Mitglieder auseinander.

Verdrängung

Zuletzt spielt auch eine Rolle, dass wir als Gruppe dieses Thema zumindest unbewusst verdrängen wollten: Nach über einem Jahr Reflexions- und Aufarbeitungsprozess und der kurz davor internen Bekanntgabe eines sexuellen Übergriffs hat sich hier auch eine gewisse Müdigkeit und Hilfslosigkeit eingestellt.

3. Wie kann ein besserer Umgang mit Täterschutz aussehen?

Wir wollen nun nochmal versuchen zusammenzufassen, was wir aus unseren Fehlern für den Umgang mit täterschützenden Verhalten ableiten und anderen Gruppen für Auseinandersetzungen mit Täterschutz mit auf den Weg geben können.

Aktive Bemühung um Betroffenenperspektive und Betroffenensolidarität

Um täterschützendes Verhalten zu vermeiden (ob als Einzelperson oder Gruppe), ist die Parteilichkeit und Solidarität mit Betroffenen sexualisierter Gewalt am wichtigsten. Wie kann das aussehen? Zuhören, Betroffenen Zeit und Raum geben, Aussagen erst nehmen und vertraulich behandeln, (öffentliche) Statements gründlich lesen und Forderungen unterstützen, insgesamt die Bedürfnisse der betroffenen Person zur Kenntnis nehmen und sich dafür einsetzen, Schutzräume und Supportstrukturen schaffen oder einfordern und dazu – falls notwendig sowie von der Betroffenen gewünscht – andere Gruppen und Projekte informieren und dadurch eine Öffentlichkeit schaffen. Dies bedeutet, dass man sich immer aktiv um eine Betroffenenperspektive bemühen muss, erst recht, wenn Menschen mit Täterumgang bzw. täterschützendem Verhalten in der eigenen Gruppe sind.

Selbstbildung zu Funktionsweisen von Täterschutz

Weiterhin ist Bildung und eine feministische Auseinandersetzung mit Täterschutz wesentlich: Es geht darum, Berührungsängste abzubauen, Fallstricke zu kennen und Vorgehensweisen und Strukturen zu konzipieren, auf welche zurückgegriffen werden kann, wenn Fälle von täterschützendem Verhalten auftreten. Um Berührungsängste abzubauen, bedarf es selbstverständlich auch einer allgemeinen Auseinandersetzung mit sexueller und sexualisierter Gewalt und einer Anerkennung, dass diese auch in den eigenen Strukturen passiert bzw. passieren kann. Diese Auseinandersetzung sollte sich sowohl in einem solidarischen und unterstützenden Umgang mit Betroffenen wiederfinden als auch im Bewusstsein, wie Täterschutz funktioniert und auf welchen Ebenen dieser stattfindet.
Je mehr Bewusstsein in einer Gruppe darüber herrscht, wie Täterschutz funktioniert, desto besser kann er vermieden bzw. erkannt werden.

Awareness- und Ansprechstrukturen

Um eine Überforderung bei erkennbarem täterschützendem Verhalten in den eigenen Reihen auffangen zu können, sollten sich politische Gruppen Gedanken zu möglichen Awareness- bzw. Ansprechstrukturen machen. Diese können analog zu oder als Teil von Gruppenstrukturen agieren, welche interne Prozesse um Vorfälle sexualisierter Gewalt organisieren und begleiten (siehe dazu Punkte 4.1 und 4.2 in unserem ersten Statement). Wir selbst können hierzu leider keine konkreteren Impulse mehr geben.

Aufarbeitungs- und Entscheidungsprozesse brauchen Zeit und Kapazitäten

Für die Auseinandersetzung mit einem konkreten Fall von Täterschutz ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen: Auf der einen Seite, geht es darum, sich als Politgruppe wirklich damit zu beschäftigen und es nicht hinten runterfallen zu lassen, weil andere Aspekte der politischen Arbeit als wichtiger oder „spaßiger“ erscheinen. Auf der anderen Seite ist es wichtig, nicht vorschnell zu handeln und gemeinsam abzuwägen, ob Ausschlüsse der richtige Weg sind, um eventuelle Prozesse zu begleiten. Auch wenn es hier hilfreich ist, sich beispielsweise anhand von Leitfäden bereits vorab Gedanken über mögliche Szenarien im Umgang mit Täterschutz zu machen, muss in konkreten Fällen immer individuell entschieden werden, was gar nicht so leicht ist.

Transparenz und geteilte Wissensstände

Unterschiedliche Wissensstände in Bezug auf intern oder öffentlich bekannte Vorfälle sexualisierter Gewalt können zu Problemen führen. Es sollte innerhalb der Gruppe nicht einfach angenommen werden, dass sich alle gleich gut auskennen, sondern möglichst große Offenheit und Transparenz – im Rahmen dessen, was die Forderungen und Wünsche der Betroffenen sind – geschaffen werden.
Größtmögliche Transparenz sollte auch über Beziehungsgeflechte in Täterumfelde und Täterumgang hergestellt werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer Dynamik von Verantwortungslosigkeit, die z.B. so aussehen kann: Auf der einen Seite vermeiden diejenigen, die näher am Täterumfeld bzw. potentiell täterschützenden Personen dran sind und dadurch möglicherweise stärker involviert sind, die Thematisierung von möglichen Täterschutz-Fällen, um nicht auch das eigene, möglicherweise problematische Verhalten überprüfen und kritisieren zu müssen. Auf der anderen Seite verlassen sich aber auch diejenigen, die sich weniger auskennen, auf die, die mehr wissen und geben in dem Glauben, dass es nicht so wichtig ist, bestimmten Täterumgang zu problematisieren, da es ja die anderen sonst angesprochen hätten, ihre eigene Verantwortung ab. So können also unterschiedliche Wissensstände zu einer Nicht-Auseinandersetzung mit konkreten Fällen von Täterschutz führen.

Verstrickungen und Belastungen ernst nehmen

Schließlich haben wir für uns gemerkt, dass die sozialen Verantwortungsgefühle innerhalb der Gruppe eine Rolle spielen, wie und ob Täterschutz behandelt wird: Wenn innerhalb der Gruppe kaum auf Bedürfnisse und Emotionen eingegangen wird – wenn zum Beispiel Einzelne von Verstrickungen und damit einhergehenden Belastungen berichten – kann das eine Nichtbeschäftigung mit bzw. Nicht-Problematisierung von Täterschutz zur Folge haben. Äußerungen einzelner Genoss*innen hinsichtlich Verunsicherung oder Belastungen in Bezug auf eigenen Täterumgang dürfen nicht einfach überhört werden – nicht nur um Täterschutz zu vermeiden, sondern auch um Männlichkeit in Form von Auslagerung von Emotionen aus der Politgruppe in Freund*innenschaften zu vermeiden.

Kritikfähigkeit und Konfliktbereitschaft

Zuletzt ist es wichtig, Menschen für ihr problematischen Verhalten auch direkt und konsequent kritisieren zu können. Eine theoretische Bildung und eine Auseinandersetzung mit Funktionsweisen von Täterschutz hilft am Ende nicht, wenn die Konfrontation mit dem*der (potenziellen) Täterschützer*in nicht stattfinden kann, weil man sich dieses nicht zutraut. Der Konflikt und die Auseinandersetzung muss gesucht werden, auch falls die Gruppendynamik darunter leidet oder die Gruppenexistenz in Gefahr gerät.

4. Das Ende von Pekari, kein Ende der Auseinandersetzungen

Schon seit vielen Monaten ist für uns absehbar gewesen, dass wir die linke Basisgruppe Pekari auflösen werden. Für uns war es jedoch wichtig, die Aufarbeitungsprozesse rund um Täterschaft und Täterschutz in unserer Struktur zu einem Abschluss zu bringen und unser Scheitern und unsere Lehren daraus transparent zu machen. So ist uns inzwischen klarer, wie es zu unserem Nicht-Verhalten in Bezug auf täterschützendes Verhalten und zu unseren Fehlern und Versäumnisse im Zuge der Aufarbeitung von Vorfällen sexualisierter Gewalt kommen konnte. Wir werden nun unsere Reflektionen und Erkenntnisse in zukünftige linke Organisierungsversuche mitnehmen und hoffen, dass unsere ausführlichen Statements unseren Prozess aus Scheitern und Verstehen nachvollziehbar für Außenstehende dokumentieren.

Was die Auseinandersetzung mit Täterschutz angeht, bleiben für uns an diesem Punkt nach wie vor einige grundlegende Fragen offen. Wie deutlich geworden sein sollte, stellte es sich für uns als ziemlich schwieriger heraus, konkrete Umgangsweisen mit Täterschützer*innen in unserer Gruppe zu entwickeln. Wann ist ein Ausschluss gerechtfertigt? Was braucht es für die Reintegration von temporär ausgeschlossenen Täterschützer*innen und wie kann eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema aussehen? War unsere Auseinandersetzung kritisch genug? Hätten mehr Konsequenzen folgen müssen? Diese Punkte sind nicht abschließend beantwortet.

Wir möchten uns abschließend bei allen bedanken, die uns auf unsere Fehler und Versäumnisse hingewiesen haben und uns dazu gebracht haben, uns mit den Tätern und Täterschützer*innen in unserer Gruppe auseinanderzusetzen. Wir möchten uns auch nochmals dafür entschuldigen, dass die Veröffentlichung unseres ersten Zwischenstands zur Aufarbeitung der Vorfälle sexualisierter Gewalt erst so spät stattgefunden hat und es dafür erst eine öffentliche Kritik bzw. Drucksituation brauchte. Wir sind uns bewusst darüber, dass unsere Untätigkeit und unser Unwissen einige Genoss*innen vor Probleme und schwierigen Entscheidungen gestellt hat und dadurch große Belastungen und Frustrationen erzeugt hat.
In unserem gesamten Aufarbeitungsprozess sind Dinge passiert, die wir nicht wollten, die wir nun aber nicht mehr ändern können. Was uns bleibt, ist auf unterschiedliche Weise an den Thematiken weiterzuarbeiten und unsere persönlichen Reflektionen und im Gruppenkontext gesammelten Erfahrungen dafür zu nutzen, dass bestimmte Fehler nicht erneut passieren.

Zuletzt möchten wir uns bei denen Bedanken und ihnen unsere Solidarität aussprechen, die den Mut hatten, sexualisierte Gewalt in linken Kontexten als solche öffentlich zu benennen. Wir hoffen mit diesem Statement einen weiteren kleinen Schritt in der Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit Sexismus und sexualisierter Gewalt in der linken Szene gleistet zu haben. In Jena besteht die Möglichkeit, sich beim Prozess-Plenum zu langfristigen Umgangsformen mit sexueller / sexualisierter Gewalt in der linken Szene, welches von „Das Schlechten Gewissen“ initiiert wurde, einzubringen. Darüber hinaus hat „Das Schlechte Gewissen“ einen Vorschlag zum Anfangen veröffentlicht, an welchen sich politische Zusammenhänge und Gruppen orientieren können: https://dasschlechtegewissen.noblogs.org/ein-vorschlag-zum-anfangen/. Danke für euren Aufschlag und eure Arbeit.

Pekari

Ein Zwischenstand zur Aufarbeitung von Vorfällen sexueller und sexualisierter Gewalt

** Triggerwarnung: In diesem Text geht es um sexuelle und sexualisierte Gewalt **

Dieser Text soll den bisherigen Stand unserer internen Auseinandersetzung mit zwei uns bekannt gewordenen Vorfällen von sexueller bzw. sexualisierter Übergriffigkeit dokumentieren, welche von – inzwischen ehemaligen – Mitgliedern unserer Gruppe begangen wurden. Wir wollen unser Scheitern und unsere Fehler, unter anderem auch in Bezug auf täterschützendes Verhalten, in diesem Prozess genauso festhalten, wie die bis hierhin getroffenen Entscheidungen und die sich daraus ergebenden Veränderungen innerhalb unserer Organisierung. Wir wollen damit außerdem versuchen, verständlich zu machen, vor welchem ​​Hintergrund wir uns trotz eines fortlaufenden Aufarbeitungsprozesses, dazu entschieden haben, das „politische Parkett“ wieder zu betreten und andere Menschen einzuladen, sich gemeinsam mit uns zu organisieren. Vorweg müssen wir jedoch zuächst noch zwei Dinge festhalten.

Vorweg I: Von Trägheit zu Transparenz

Zum einen wollen wir uns selber nichts vor machen, was unsere Trägheit und Erschöpfung in Bezug auf unseren bisher zwei Jahre andauernden internen Reflektions- und Aufarbeitungsprozess betrifft. Auch wenn ein Zwischenstandsbericht zu unserem internen Prozess schon länger in Planung ist, hätte es vermutlich noch eine ganze Weile gedauert, bis wir uns im Rahmen der Diskussion um sexualisierte Gewalt in der linken Szene öffentlich zu Wort gemeldet hätten. Mit dem Schreiben dieses Statements haben wir erst nach der Aufforderung durch ehemalige Genoss*innen begonnen und auch der Schreibprozess hat sich durch viele interne Auseinanderetzungen, vor Allem mit dem Thema Täterschutz, so in die Länge gezogen, dass wir es nicht mehr im Juli fertig bekommen haben. Auf diese Auseinandersetzungen kommen wir später in diesem Statement zurück. Wir haben es in der aktuellen extrem prekären Gruppensituation nicht hinbekommen, diese Verzögerungen zu kommunizieren, weshalb gerechtfertigter Weise der Eindruck entstand, das Thema wäre uns nicht wichtig. Dass sich unsere ehemaligen Genoss*innen daraufhin genötigt sahen, selbst ein Statement zur Situation bei Pekari zu verfassen und damit viel Arbeit auf sich zu nehmen, um die Auseinandersetzung um sexuelle und sexalisierte Gewalt bei Pekari und in der linken Szene voran zu bringen, tut uns Leid.
Außerdem möchten wir uns für die mangelnde Transparenz und Nachlässigkeit, bei viele unserer ehemaligen Genoss*innen und Menschen, mit denen wir in der Vergangenheit zusammen gearbeitet haben und die wir im völligen Unwissen oder Halbwissen über den Stand unserer Auseinandersetzung gelassen hat, entschuldigen. Und wir möchten uns bei allen Feminist*innen bedanken, die uns und andere immer wieder durch öffentliche Statement, Kritik und Veranstaltungen daran erinnern, dass wir auch in der linken Szene ein verdammtes Problem haben, dass es kontinuirlich zu bekämpfen und zu thematisieren gilt: Männlichkeit, sowie patriarchale und sexualisierte Gewalt.

Vorweg II: Von Schweigen zu Solidarität

Wir möchten uns zum anderen für unser bisheriges Schweigen in Bezug auf die öffentlichen Outcalls entschuldigen und allen von sexualisierter Gewalt betroffenen Genoss*innen in Jena und Saalfeld unsere Solidarität aussprechen. Wir bewundern euren Mut zur Veröffentlichung der Erfahrungen und unterstützen den Aufruf nach einer umfassenden politischen Aufarbeitung innerhalb der lokalen Kontexte. Wir verurteilen die Ignoranz der Täter in Bezug auf die Forderungen der Betroffenen und kritisieren die Relativierungen innerhalb ihres Umfeldes. Es kann nicht sein, dass Betroffene sexualisierter Übergriffe innerhalb linker antifaschistischer Kontexte mit Entsolidarisierungen und sogar Spaltungsvorwürfen konfrontiert werden und massiv unter Druck geraten, wie es in den vergangenen Monaten aus Saalfeld berichtet wurde. Wir weisen diese Beschuldigungen entschieden zurück und möchten klarstellen: Auch wir stehen an eurer Seite! Die in den Outcalls adressierten Männer rufen wir dazu auf, nachhaltig Verantwortung für ihre sexuelle Gewalt und ihr patriarchales Handeln zu übernehmen und die Vorwürfe der Betroffenen anzuerkennnen. Eine poltische Zusammenarbeit mit den Tätern ist für uns derzeit ausgeschlossen.

Fest steht: Die im vergangenen Jahr öffentlich gemachten, sexualisierten Übergriffe aus Jena und Saalfeld sind Ausdruck eines massiven (Sexismus-)Problems innerhalb der Thüringer Antifa-Szene. Um zukünftig zu verhindern, dass linke Männer FLINTA-Personen sexistisch beleidigen, ausgrenzen, sexualisieren, vergewaltigen oder anderweitg patriarchale Macht ausleben, muss daher auch eine umfassende Reflektion von sexististischen Gruppenstrukturen, Männerbündelei und mackriger Szenekultur stattfinden.
Als vor etwa zwei Jahren innerhalb unserer Gruppe ein sexualisierter Übergriff eines unserer damaligen Genossen bekannt wurde, haben wir dies zum Anlass genommen, erste Schritte in diese Richtung zu gehen.

1. Eine Chronologie der Aufarbeitung

Im Juni 2019 wurde uns mitgeteilt, dass ein Gruppenmitglied einen sexualisierten Übergriff begangen hat. Der Täter wurde aufgefordert nicht mehr zu Gruppentreffen zu kommen und wir kamen seiner Bitte nach, ihn von unserem Email-Verteiler zu nehmen und ihn aus unserem internen Online-Forum auszuschließen. Das Bekanntwerden des Übergriffes eines Gruppenmitgliedes hat in unserer Gruppe große Verunsicherung ausgelöst. Vor allem die FLINTA-Personen in unserer Gruppe hatten teilweise das Vertrauen in die männlichen Gruppenmitglieder verloren. Unsere Gruppe befand sich in einem Schockzustand und daher nahmen wir uns nach dem Bekanntwerden des Übergriffes zunächst Zeit für die emotionale Aufarbeitung. In Kleingruppen wurde über Wut, Enttäuschung und Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Übergriff geredet. In FLINTA-Gruppen, die in diesem Rahmen entstanden, wurde jedoch bald nicht mehr nur über den Übergriff geredet, sondern auch über allgemeine Themen wie Sexismus bei Pekari und allgemein in der linken Szene gesprochen.
Nach der ersten Überwindung des Schocks wurde unsere Unfähigkeit deutlich, als Gruppe mit dem Thema sexualisierte Gewalt umzugehen. Die Plenas waren geprägt von Ratlosigkeit und Überforderung. Erste Versuche, das Thema losgelöst vom konkreten Übergriff zu diskutieren, scheiterten. Gerade bei den männlichen Gruppenmitglieder war deutlich die Unsicherheit über ihre Rolle und das Unvermögen, den sexistischen Übergriff und ihre sexistischen Verhaltensweisen zu reflektieren, in diesem Prozess zu spüren. In diesem Sommer gab es nur sporadig Plena mit wenigen Menschen, in denen wir eigentlich über Sexismus und sexistische Strukturen in unserer Gruppe reflektieren wollten. Das blieb aber durch ein starkes „Sommerloch“ und dem damit einhergehenden Fernbleiben vieler Genoss*innen aus. Auch andere politische Arbeit, außer der Beteilligung an dem Klimacamp im Leipziger Land, Unterstützung einzelner antirassistischer Demoaufrufe und der Kampagne #WannWennNichtJetzt, bis zu ihrem Ende im September 2019, fand nicht mehr statt.

Im Herbst 2019 wurde uns klar, dass wir mit unserem Frust und Ratlosigkeit nicht alleine fertig werden. Daher beschlossen wir als Gruppe einen Mediationsprozess zu starten. In diesem sollte über unseren Umgang mit dem Übergriff und Sexismus in der Gruppe reflektiert werden, aber auch längerschwelende Konflikte über die politsche Ausrichtung unserer Gruppe und Hierachie in der Gruppe sollten ein Thema der Mediation sein. Die von externen Mediator*innen in mehreren Sitzungen durchgeführte Mediation führte jedoch nicht zu dem von uns erhofften Durchbruch mit dem Thema, stattdessen reproduzierte bzw. schuf sie problematische Dynamiken.
So wurde während der Reflexion viel über den Umgang mit dem Täter gesprochen obwohl wir unsere Priorität eigentlich auf die sexistische Strukturen in der Gruppe legen wollten. Im Zuge der Debatte über die Möglichkeit einer Rückkehr des Täters in die Gruppe kam es zu einer Entpolitisierung von Positionen von FLINTA-Personen, durch eine Einordnung der Argumente als „emotional“. Dies geschah auf der einen Seite durch das Mediations-Team, welches besonders Wert auf emotionale Argumente legte, während die Gruppe eigentlich eine politische Debatte führen wollte, jedoch wurde auf der anderen Seite diese Entpolitisierung dann auch im weiteren Prozess von der Gruppe reproduziert.
Als Folge gab es mehrere Austritte von FLINTA-Personen, die sich und ihre Argumente in der Gruppe nicht mehr ernstgenommen sahen. Nach dem Ende der Mediation und den Austritten setzten wir unseren Fokus auf umfassende Selbstreflektion in Bezug auf informelle Hierachien, die tendenziell cis-Männern bevorteilen, bzw. dafür sorgen, dass FLINTA-Personen die Gruppe schneller und häufiger verlassen. Durch die Corona-Pandemie und die von der Gruppe als sehr anstrengend empfundenen Online-Plena dauerte dieser Prozess bis zum Juli 2020. Als Ergebnis schrieben wir eine Bestandsaufnahme über sexistische und andere hierarische Strukturen in unserer Gruppe, auf die wir im nächsten Kapitel näher eingehen.
Ebenfalls im Juli 2020 gab es ein Gespräch mit einigen Genoss*innen die im vorigen Jahr ausgetreten waren. Dabei wurde Kritik an interner Kommunikation, vor allem das Gefühl in ihrer Zeit bei Pekari ihre Kritik nicht anbringen zu können, und an der Debattenkultur bei Pekari geäußert. Auch ein Gespräch mit dem Täter fand im Juli 2020 statt, in dem er seinen Prozess seit dem Übergriff vorstellte und uns mitteilte, dass er sehr bald aus Jena wegziehen wird.

Im Herbst 2020 starteten wir dann die Diskussion darüber, wie es weiter gehen soll.
Dabei ging es in erster Linie um eine generelle Neuausrichtung der Gruppe, sowohl thematisch als auch strukturell. Die Suche nach einem neuen Thema nahm allerdings wesentlich mehr Raum ein, als die Suche nach Möglichkeiten, die Lehren aus der Selbstreflexion, die wir festgehalten haben, auch fest in unserer Gruppenstuktur zu verankern. Auch hier war der Wunsch nach einem erneuten aktiv werden größer, als das Bewusstsein dafür, dass eine Selbstreflexion ohne wirkliche Konsequenzen nicht besonders nachhaltig ist. Das Bewusstsein für die dringende Notwendigkeit von Veränderungen der Gruppenstruktur, entstand jedoch erst nach Bekanntwerden eines weiteren sexualisierten Übergriffs eines inzwischen ehemaligen Gruppenmitglieds.

Im November 2020 erhielten wir von einem Genossen die Nachricht, dass er sexualisierte Gewalt ausgeübt hat, woraufhin auch er zunächst aus der Gruppe ausgeschlossen wurde. Dieser Ausschluss bleibt bis heute bestehen, da das Thema nicht abschließend bearbeitet ist. Nach über einem Jahr Selbstreflexion wollten und konnten wir der Bearbeitung der Tat an sich nicht allzu viel Raum im Plenum geben und es war uns wichtiger, endlich allgemeine Konsequenzen für unsere Gruppe zu finden, um in Zukunft Strukturen zu haben, um besser mit Fällen sexualisierter Gewalt, umgehen zu können, solidarisch an der Seite der Betroffenen zu stehen und dazu beizutragen, weitere Übergriffe zu verhindern. Diese Konsequenzen beschreiben wir in Punkt 4.

Parallel dazu begannen wir mit der Suche nach einem politischen Projekt und im Februar 2021 entschieden wir uns dazu, einen Jugendkongress zu organisieren. Ohne die Planung eines neuen Projektes gäbe es unsere Gruppe vermutlich nicht mehr, da die Frustration über fehlende Selbtwirksamkeitserfahrungen bei allen Mitgliedern mittlerweile sehr groß war. Die Veröffentlichung eines Statements zu unserer Aufarbeitung haben wir allerdings immer weiter nach hinten verschoben, da noch so viele Punkte offen waren – und auch immer noch offen sind – und es uns sinnvoller erschien, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn der Prozess abgeschlossen ist. Dass uns nicht bewusst war, dass dies nicht mit einem öffentlich politisch Aktivwerden vereinbar ist, spricht von einem nach wie vor mangelnden Bewusstsein für die Relevanz von Transparenz und Offenheit im Umgang mit sexueller und sexualisierter Gewalt. Zudem war es naiv zu glauben, dass solche Prozesse jemals wirklich abgeschlossen sein können.

Von Januar bis März 2021 fanden mehrere Kennenlerngespräch mit (potenziell) neuen Mitgliedern statt, von welchen mehrere auch Teil der Gruppe wurden. Bereits in den Kennenlerngesprächen wurden die möglichen neuen Mitglieder über den Aufarbeitungs- und Reflexionsprozess sowie die Täterschaften der ehemaligen Gruppenmitglieder in Kenntnis gesetzt, mit welchen sich die Gruppe zu diesem Zeitpunkt auseinandergesetzt hat. Absagen gab es nicht aufgrund der Tatsache, dass sich Pekari in diesem Prozess befindet, sondern aufgrund von Wegzügen oder mangelnder Kapazitäten.

In den folgenden Monaten und nach der Umsetzung der in Teil 4 genannten Konsequenzen, beschäftigten wir uns wieder damit, wie wir mit dem übergriffigen Gruppenmitglied umgehen wollen. Unterbrochen wurde dieser Prozess davon, dass ein weiteres Gruppenmitglied davon berichtete, in seiner Jugend sexualisierte Gewalt begangen zu haben und sich in der Konsequenz temporär aus der Gruppe zurück zog, um sich der Aufarbeitung zu widmen. Im Rahmen des Umgang mit diesem Übergriff, haben wir dann auch den Leitfaden für den Umgang mit Tätern entwickelt und sind die ersten Schritte in der Begleitung des Prozesses des dritten genannten Täters auch schon gegangen. Dies zog sich über ein paar Monate und in dieser Zeit setzten wir uns auch mit den Übergriffen in Saalfeld auseinander, und überlegten, wie wir uns dazu verhalten und warum wir uns bisher noch nicht dazu verhalten haben, obwohl wir bei #WannWennNichtJetzt mit den Saalfelder Tätern, deren Übergriffe zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt waren, zusammen gearbeitet haben. Als Folge traten wir mit der Unterstützer*innengruppe in Kontakt. Ein öffentliches Statement dazu wollten wir mit dem Statement zu unserem Prozess verbinden, aber aus bereits genannten Gründen zog sich das in die Länge, weswegen erst jetzt etwas von uns dazu zu lesen ist.

Anfang Juli 2021 begannen wir, nach der Aufforderung durch unsere ehemaligen Genoss*innen, dieses Statement zu schreiben, mit dem Plan, es bis Ende Juli fertig zu stellen. Unterbrochen wurde dieser Prozess dann jedoch davon, dass ein Mitglied eingefordert hat, dass wir uns als Gruppe ihm gegenüber verhalten, da er Täterschutz begangen hat. Im Herbst des letzten Jahres war er gemeinsam mit dem zweiten Täter aus unserer Gruppe Mitglied einer Gesprächsrunde, welcher dessen Übergriff aufarbeiten wollte. Dieser wurde durch eine feministische Intervention aufgelöst. Zusammen mit dieser Aufforderung lieferte er eine ausführlichere Erklärung seiner Verstrickung, welche uns zwar in Teilen bekannt war, allerdings hatten wir uns nie kritisch damit auseinandergesetzt, oder genauer nachgefragt. Kurz darauf, berichteten zwei weitere Genossinnen davon, dass sie in persönlichem Kontakt zu bekannten Tätern stehen, was von ihnen zuvor mehrfach angedeutet wurde, wo wir allerdings auch nie tiefergehend nachgefragt haben. Dies hat erneut zu einer vollkommenen Überforderung unserer Gruppe geführt. Wie es sein konnte, dass wir diese Verstrickungen erst ignoriert haben und dann nicht wussten wie wir damit umgehen, zeugt von einer großen Unwissenheit und Verunsicherung darüber, was Täterschutz ist und wie mensch damit umgeht. Dazu befinden wir uns nun in der Aufarbeitung und können in diesem Statement noch nichts genaueres schreiben. Durch die Beschäftigung mit diesen Vorfällen und die damit einhergehende emotionale und zeitliche Belastung, sowie durch die große Unsicherheit in Bezug auf unsere Zukunft und ob und wie wir so überhaupt als politische Gruppe weiterarbeiten können, war es uns schlichtweg nicht möglich, das Statement bis Ende Juli fertig zu schreiben.

2. Bestandsaufnahme sexistischer und anderweitig problematischer Gruppenstrukturen

Als ein Ergebnis unserer Reflexionsprozesse im ersten Jahr der Aufarbeitung schrieben wir im Juni 2020 eine interne Bestandsaufnahme sexistischer Strukturen und Verhaltensweisen der Gruppe. Die folgenden Absätze geben die Kernpunkte dieser kritischen Selbstbetrachtung wieder:

2.1. Pragmatismus vor Empowerment und Skill-Sharing

Unterschiedliche Wissenstände und Verteilung von Fähigkeiten führen schnell zum Aufbau von Hierarchie in politischen Gruppen. Daher war uns als Gruppe wichtig, dass in unsere Gruppen ein Skill-Sharing und Erfahrungsaustausch zwischen den MItgliedern stattfindet. Um dies zu gewährleisten, wurde bei der Aufgabenverteilung versucht Tandems aus erfahreneren und interessierten oder neuen Personen zu bilden und Aufgaben zwischen den Gruppenmitgliedern rotieren zu lassen.
In der Reflexion wurde festgestellt, dass das Funktionieren der Gruppe und das effiziente Erledigen von Aufgaben wichtiger war als die Wissensweitergabe und der Erfahrungsaustausch. Gerade in Stresssituation z.B. vor Aktionen, wurde Effizienz höher gewichtet und so wurden keine Tandems gebildet und keine Rotation der Aufgaben fand statt. Die Aufgaben wurden zum Großteil von den erfahreneren oder gut in der Gruppe vernetzten Gruppenmitgliedern, meistens cis-Männer, erledigt. Wem welche Aufgaben eher zugetraut werden, ist stark vom Geschlecht abhängig. (Gerade wenn sie mit Gefahren oder mit einer Repräsentation der Gruppe verbunden sind, wurden bei uns öfters cis-Typen angesprochen.) Aber auch bei der Länge der Gruppenzugehörigkeit gibt es einen Zusammenhang mit dem Geschlecht. Unsere Gruppenstruktur, unser Politikstil und Umgang untereinander war für cis-Männer ansprechender als für FLINTA-Personen.
Aber nicht nur in Stresssituation, sondern auch im regulären Gruppenalltag dominierte teilweise ein Kontroll- und Effizienzbedürfnis. Das resultierte darin, dass neue Pekaris die Wissensvermittlung aktiv einfordern mussten. Vor allem für FLINTA-Personen bestand die Notwendigkeit dieses Skillsharing aktiv einzufordern.

2.2 Aufgabenverteilung und Anerkennungsstrukturen

In der Reflexion haben wir zwischen zwei Aufgabentypen unterschieden: Output-Aufgaben und Reproduktionsarbeit.
Die Übernahme von Output-Aufgaben war bei Pekari stark abhängig von der Idenfikation mit der Gruppe. Zwei wichtige Faktoren dafür sind die Dauer der Gruppenzugehörigkeit und ob die Aufgaben der Verwirklichung eigener Vorstellungen und Wünsche in der Gruppe entsprachen. Wer seine Vorstellungen und Wünsche in die Gruppe einbringen kann, ist teilweise vergeschlechtlicht. Mehr dazu im Abschnitt 2.6. Die Arbeit nach außen und die Repräsentation der Gruppe z.B. bei Besuchen von Vernetzungstreffen oder der Betreuung der Webseite und Social-Media-Accounts wurde vor allem durch cis-Männer durchgeführt.
Eher institutionalisierte Reproduktionsarbeit wie Vorbereitung und Moderation der Plena übernehmen alle Gruppenmitglieder. Dennoch übernehmen v.a. FLINTA-Personen nicht insitutionalisierte emotionale Arbeit. Nur wenn Personen öffentlich ihr Unwohlsein äußern, bieten alle ihre Unterstützung an.
Uns ist außerdem aufgefallen, dass die Aufgabe der Einbindung neuer Pekaris z.B. in Pausengesprächen etc. vorallem von FLINTA-Personen übernommen wurde.
Wer soziale Anerkennung bekommt, ist in der Gruppe stark mit der (Output-)Leistung der Person verknüpft. Dabei haben wir zwei Formen der Anerkennung feststellen können. Zum einen der situative Dank bei der Erledigung von Aufgaben, z.B. explizites Dankesagen im Plenum etc. Zum anderen die nachhaltige Anerkennung, z.B. die Umsetzung der Idee einer Person. Wer welche Form von Anerkennung erhält, ist teilweise auch vom Geschlecht abhängig.

2.3. Feminimus als Nebenschauplatz

In unserer politischen Arbeit fand die Auseinandersetzung mit (queer)feministischen Themen in einem eigenen Arbeitskreis statt. Dieser AK war in der Regel mit vergleichsweise wenigen Personen besetzt, gerade im Verhältnis zum Antifa-AK. Bei einem konkreten Projekt war für uns eine Verbindung der beiden Themen interessant, wobei jedoch in dieser Zusammenarbeit kaum inhaltliche Auseinandersetzung mit Feminismus stattfand. Auch generell gab es kaum analytische Auseinandersetzungen mit Herrschaftsmechanismen in unserer konkreten Arbeit. Insgesamt wurde die feministische Arbeit damit gewissermaßen an einen Arbeitskreis ausgelagert, was für den Rest der Gruppe nur wenige Berührungspunkte mit den Themen bedeutete.

In der Gruppe gab es über viele Jahre außerdem kaum Impulse für eine profeministische bzw. kritische Männlichkeitspolitik und auch die Tatsache, dass langjährige Mitglieder von Pekari Täter geworden sind, führte zunächst nicht zu einem gemeinsam organisierten und transparenten Reflexionsprozess bei den männlichen Pekarimitgliedern.

In der Gruppenstruktur gab es keinen Raum zum Ansprechen sexistischer Dynamiken oder sexueller Gewalt. Stattdessen wurden sämtliche Fragen und Probleme des sozialen Miteinanders an eine Kommission mit wenigen Mitgliedern der Gruppe ausgelagert (Soziales Kommission). Die Relevanz der sozialen Dynamiken wurde somit nicht anerkannt und die Verantwortung an einzelne Teile der Gruppe deligiert, welche damit überfordert waren, sodass eine Nicht-Beschäftigung die Folge war. Die Idee der Soziales Kommission war es, soziale Dynamiken in der Gruppe im Blick zu behalten und bei Bedarf im Gesamtgruppenkontext zum Thema zu machen. Durch die Rotation der Mitglieder sollte diese Aufgabe auf vielen Schultern verteilt werden und in ihrer Institutionalisierung sonst unsichtbare emotionale Arbeit sichtbar machen. Während wir die Idee einer solchen Kommission grundsätzlich weiterhin für richtig halten, hat ihre praktische Umsetzung nicht funktioniert. Einerseits war ihr Aufgabenbereich nicht gut genug definiert, andererseits hat das zurücktragen in die Gruppe nicht funktioniert.

2.4 Gesprächskultur/Verhalten im Plenum/Paternalistisches Schutzverhalten

In der Reflexion der Gesprächskultur bei unseren Treffen haben wir festgestellt, dass sich dominates Redeverhalten nicht in erster Linie in Unterbrechungen oder durch „Brüllen“ äußerte. Gespräche wurde eher durch die Länge und Gewichtung der Redebeiträge oder durch die Lenkung der Diskussion dominiert. Dabei wurden Redebeiträgen von cis-Männern teilweise mehr gehört und es wurde ihnen mehr Wert beigemessen. Auch das Auftreten von cis-Männern im Plenum war teilweise dominant oder mackerhaft. Dabei stellt sich beispielsweise die Frage: Wer hört aktiv anderen Redebeiträgen zu, oder wer checkt parallel seine Mails oder wirkt anderweitg betont abwesend?
Insgesamt haben wir festgestellt, dass es kein offensichtliches sexistisches Handeln oder Redeverhalten gab, sondern dieses eher verdeckt stattfand. Männliche Dominanz war daher aufgrund des Auftretens als „netter sprachlich sensibler feministischer Mann“ schwerer erkennbar und damit auch schwerer thematisierbar.
Ein Paradebeispiel für paternalistisches Schutzverhalten ist das Emotionalisieren und dadurch Entpolitisieren von politischen Argumenten, was wie bereits erwähnt im Zuge der Mediation geschehen ist.

2.5 Kaum Raum für Ängste oder Bedürfnisse

Es gab in unserer politischen Organisierung kaum Raum, um über Ängste und Bedürfnisse zu reden. Emotionale und bedürfnisorientierte Austauschräume sind erst in Krisenmomenten, z.B. nach dem Bekanntwerden des Übergriffes durch ein Gruppenmitglied, oder nach aktiver Einforderung einzelner Pekaris, z.B. nach erlebter Polizeigewalt, entstanden.

2.6 Öffentlicher Auftritt/ Projekte bestimmen/ Identifikation mit der Gruppe

Pekari ist eine output- und aktionsorientierte Gruppe. Dabei haben wir uns zu wenig die Frage gestellt: „Wozu das Ganze?“. Warum wir eher einzelne Aktionen und Kampagnen konzipieren, anstatt langfristige Beziehungsarbeit zu machen, hängt auch mit unseren Lebensrealitäten zusammen. Viele von uns sind eben nur eine begrenzte Zeit in der Stadt. Dabei ist unser Output jenseits seiner politischen Sinnhaftigkeit teilweise zum Selbstzweck verkommen. Outputorientierte Politarbeit kann schließlich auch ein Lifestyle sein, der wiederum eng mit Sichtbarkeit, Anerkennung und Coolness verknüpft ist. Die Orientierung auf Output war zudem nicht nur zu wenig an unsere politische Analyse rückgekoppelt, sondern auch an unsere (zeitlichen) Ressourcen, sodass sich Pekari in einem chronischen Zustand der Überlastung befand.

Mit der Gruppe identifizieren sich eher Männer, die dann auch eher bereit sind, die Gruppe nach außen zu repräsentieren. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass outputorientierte Politik männlich konnotiertes Durchsetzungs- und Dominanzverhalten begünstigt und es Männer dadurch insgesamt leichter gemacht wird, länger in der Gruppe zu bleiben, sich darin eine feste Position aufzubauen und sie nach ihren Ideen und Vorschlägen zu gestalten.
Im Gegensatz dazu sind viele FLINTA-Personen in der Vergangenheit ausgetreten, weil die Gruppe politisch nicht mehr gepasst hat. Sie waren nicht in der Lage, die Gruppe nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Dabei wurden ihre Redebeiträge nicht, oder zu wenig gehört und ernst genommen. Dies führte zu Ohnmachsgefühlen und der Erfahrung, keinen Einfluss auf die Gruppe nehmen zu können und damit schließlich zu den Austritten.

Viele politische Projekt wurden durch Kontakte Einzelner gut vernetzter Peakris „von außen“ an die Gruppe herangetragen und entstanden nicht durch interne Diskussionen. Einzelne von uns denken Projekte vor und bestimmen damit von Beginn an stark die Richtung, in die die politische Arbeit gehen kann. Es gab selten klare Entscheidungsverfahrungen für Projekte, damit entstand auch eine Unsicherheit wie mit Zweifeln und Skepsis an Projektvorschlägen umgegangen wird. Die Gruppenmitglieder, die ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen konnten, bestimmen also die Projekte bei Pekari.

Patriarchale Verhaltensweisen zeigen sich in unserer Gruppe auch in der Frage, inwieweit im eigenen Handeln andere Gruppenmitglieder mitgedacht werden. Während FLINTA-Personen tendenziell eher ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche zurückstellen, um andere Gruppenmitglieder mitzunehmen, den Zusammenhalt zu stärken und Konsens herzustellen, fällt es Männern oft leichter, Konflikte auszutragen und sich in Konkurrenzsituationen behaupten zu wollen – auch gegen Kritik und Gegenwind aus der Gruppe. Diese Position verhindert es häufig, eigene Unsicherheiten uns Zweifel zuzulassen und zu thematisieren.

2.7 Ignoranz gegenüber Kritik

Interne und externe Kritik wurde häufig nicht als Bereicherung anerkannt, sondern eher als destruktiv wahrgenommen und abgeblockt. Gerade durch einen zeitweise hohen Projektload, entstand auch häufig das Gefühl dafür „gerade keine Zeit“ zu haben, was letzlich in einer Verdrängung der Kritik resultierte. Die großen Ziele, die wir hatten, und das Bedürfnis nach außen hin gut da zu stehen, waren uns häufig wichtiger. Was unserer Gruppe bis heute fehlt, ist eine gelebte Konfliktkultur und Kritikfähigkeit.

2.8 Quintessenz der Bestandsaufnahme

Zusammenfassend haben wir gemerkt, dass informelle Hierarchien auf verschiedenste Weise unsere Organisierung prägen und dass diese eng mit sexistischen Strukturen verknüpft sind. Die Erfahrung mit Organisierung und politischen Aktionen, die Länge der Mitgliedschaft in der Gruppe, die Involviertheit in Klüngel und in soziale Beziehungen, sowie die individuellen zeitlichen Ressourcen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung informeller Machtgefälle in der Gruppe. Sexistische Strukturen sowie eine männlich geprägte Gruppendynamik führen wiederum dazu, dass Männer einfacher Machtpositionen in der Gruppe übernehmen können und dort angekommen wiederum in ihrer Männlichkeit gestärkt werden, sowie die Gruppe nach ihren Vorstellungen gestalten können.

3. Unsere Fehler und unser Scheitern in der Aufarbeitung sexualisierter Übergriffe

Im Folgenden wollen wir noch einmal genauer auf die (teilweise schon genannten) Fehler und die Gründe unseres Scheiterns in der Aufarbeitung von sexualisierten Übergriffen und Täterschutz eingehen. In Bezug auf täterschützendes Verhalten sind wir allerdings noch im Beginn der Aufarbeitung, weswegen hier der folgende Text lückenhaft bleiben muss. Nichtsdestotrotz sollen einige Erkenntnisse in diesem Statement bereits geteilt werden.

3.1 Unwissenheit und Naivität

Häufig sprechen wir von Überforderung, wenn es darum geht, warum wir gewisse Dinge nicht hinbekommen, beziehungsweise so lange brauchen sie zu bearbeiten, oder uns dazu zu äußern. Eine grundlegende Ursache für diese Überforderung ist eine große Unwissenheit in Bezug auf sexuelle und sexualisierte Gewalt. Durch diese Unwissenheit, entstand im ersten Moment, bspw. nach Bekannt werden eines Übergriffs, eine gewisse Ohnmacht, da nicht klar war, was in so einer Situation zu tun ist. Aus dieser Ohnmacht entstand wiederum entweder eine längerfristige Handlungsunfähigkeit oder unüberlegte, falsche Reaktionen. Dies zeigt sich u.a. in den Umgang mit Betroffenen, indem bspw. ihre Bedürfnisse teilweise übergangen wurden, um dem Wunsch nach „mehr Informationen“ zu einem Vorfall gerecht zu werden.
Auch Wissen zum Umgang mit Tätern war nicht vorhanden. So erfolgte in der Regel zunächst ein (temporärer) Ausschluss und anschließend monatelange Auseinandersetzungen darüber, ob und unter welchen Umständen die Personen wieder Teil der Gruppe sein können und wie generell mit ihnen umgegangen werden sollte. Generell haben wir den Fehler gemacht, unsere Diskussionen und unser politisches Handeln zu stark an den Tätern auszurichten. Durch unsere Reflektion darüber und Selbstbildung zum Vorgehen bei Fällen sexualisierter Gewalt (s.u.), haben wir  Erfahrung im Umgang mit Tätern sammeln können. Auch wenn wir unser Wissen hier erweitern konnten, besteht weiterhin viel Luft nach oben. Hinzu kommt, dass alle Vorfälle einzeln betrachtet werden müssen und wir uns nicht ausschließlich daran orientieren können, wie wir es letztes Mal gemacht haben, sondern ein grundlegendes Verständnis des Falls erarbeitet werden muss, sowie die Wünsche der jeweils Betroffenen in den Mittelpunkt unseres Handelns gestellt werden sollten.
Dass wir immer noch viel zu wenig Handlungswissen und funktionierende Strukturen haben, sehen wir an unserem gescheiterten Umgang mit (potenziellen) Täterschützer*innen in unserer Gruppe. Wir sind davon überzeugt, dass es dringend nötig ist, dass insgesamt mehr Selbstbildung zu dem Thema stattfindet und Gruppen sich auch ohne Vorfälle sexualisierter Gewalt mit dem Thema und einen Umganhg damit beschäftigen.

3.2 Männlichkeit

Trotz der langen Selbstreflexion über patriarchale Muster in unserer Gruppe, hat Männlichkeit weiterhin einen großen Einfluss auf die Art und Weise, wie Gruppenprozesse und politische Diskussionen verlaufen. Dies zeigte sich zum einen in dem Mediationsprozess, in welchem die Argumente von FLINTA-Personen emotionalisiert wurden und die politische Dimension nicht beachtet wurde. FLINTA-Personen nicht als politische Subjekte zu betrachten, sondern auf ihre Emotionen zu reduzieren, ist eine klassiche Form von Männlichkeit. Indem diese männliche Wahrnehmungsstruktur auch innerhalb des Aufarbeitungsprozesses praktisch reproduziert wurde, wurde Pekari für FLINTA-Personen noch unattraktiver und die Arbeit in der Gruppe zunehmend belastender, was von uns erst im Nachhinein erkannt wurde.
Männlichkeit zeigt sich außerdem in der Kommunikation innerhalb unserer Gruppe. Diese ist häufig sehr auf den Inhalt der Plena bezogen und eine Kommunikation, bspw. über Probleme im Privatleben, findet außerhalb der „Wie geht es uns?“-Runde am Anfang des Plenums kaum statt. Werden in dieser Runde Probleme geäußert, werden sie  nur selten von der Gruppe bearbeitet, sondern es wird sich nur in Freund*innenschaften weiter darum gekümmert. Neben allgemeinen Problemen, die dieses Verhalten in der Zusammenarbeit verursacht, hatte es auch ganz konkret Einfluss auf den Umgang mit Täterschutz in unserer Gruppe. Als bspw. Personen auf dem Plenum äußerten, dass es ihnen wegen Verstrickungen oder emotionale Involviertheit nicht gut geht, wurde sich in der Gruppe nicht die Zeit genommen, genauer nachzufragen und das gemeinsam zu bearbeiten. Daraus folgt nicht nur ein Alleinelassen der Genoss*innen, sondern auch eine Nicht-Bearbeitung von Täterschutz.
Abwertung politischer Positionen von FLINTA durch Emotionalisierung und die Abspaltung sozialer Aspekte der Organisierung und emotionaler Themen sind zwei Beispiele, wie destruktiv Männlichkeit im Aufarbeitungsprozess unserer Gruppe wirkt und gewirkt hat. Patriarchale Verhaltensweisen sind – wie im Rest der Gesellschaft – auch in unserer Gruppe tief verankert und eine Reflektion dieser bedarf weiterhin kontinuierlicher Arbeit.

3.3 Zustand der Gruppe

Unsere Gruppe hat sich von Anfang an, auch als sie noch mehr Mitglieder hatte, sehr schwer damit getan, das Thema sexuelle und sexualisierte Gewalt konstuktiv zu bearbeiten. Über den langen Prozess hinweg, wurde diese Arbeit allerdings durch eine zunehmde Frustration, nicht zu einem Ende kommen zu können, dem Austritt vieler Mitglieder und eine immer stärker werdende Resignation durch immer wieder neu aufkommende Übergriffe erschwert. Die Relevanz des Themas und die Notwendigkeit einer intensiven Aufarbeitung wurde erkannt und hat bis zuletzt auf den Plena höchste Priorität gehabt. Eine gewisse Ermüdung bei vielen Mitgliedern, sich damit auseinanderzusetzen ist trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Durch den Drang, wieder außerhalb der Reflektionskreise aktiv werden zu wollen, wurden Fehler begangen. Zum einen, dass die Ergebnisse des Reflexionsprozesses erst nach Bekanntwerden eines weiteren Übergriffes wirklich umgesetzt wurden und zum anderen, dass wir ein neues, öffentliches Projekt gestartet haben, ohne unseren Prozess vorher transparent zu machen. Gerade im Nachhinein betrachtet sind dies schwerwiegende Versäumnisse, welche schwer nachvollziehbar sein können. Aber trotzdem soll an dieser Stelle darauf verwiesen werden, dass die Gruppe stellenweise einfach am Ende war und nur eine Beschäftigung mit einem neuen Thema überhaupt das Weiterarbeiten – und damit auch den Fortgang des Aufarbeitungsprozess – ermöglicht hat. Unsere Idee war es, über ein politisches Projekt wieder Kraft zu schöpfen, Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen und den Gruppenzusammenhalt zu stärken, um damit die Reflektionsarbeit gemeinsam (parallel dazu) fortführen zu können. Diese Erklärung soll unsere Versäumnisse nicht relativieren, aber hoffentlich ein gewisses Verständnis für unsere Entscheidungen schaffen. In diesem kräftezehrenden Prozess hatte Pekari insgesamt eine fragile Gruppenstruktur und eine geringe Mitgliederzahl. Dies führte dazu, dass die Verantwortung für den Aufarbeitungs
prozess auf wenigen Schultern verteilt war. So entstand auch bei einigen der nachvollziehbare Grund, schnelle Lösungen zu finden, die es in diesem Prozess allerdings so nicht geben kann.

4. Einige Konsequenzen und Veränderungen der Gruppenstruktur

Wie bereits erwähnt, setzte die Beschäftigung mit konkreten Konsequenzen für die Gesamtgruppe, vor allem nach Bekanntwerden des Übergriffes im November 2020 ein. Auch die generell gestiegene Präsenz des Themas sexualisierter Gewalt in der Thüringer linken Szene trug dazu bei.
Folgendes haben wir in unserer Gruppe verändert:

4.1 Ansprechgruppe für Betroffene

Zuerst haben wir mit der Errichtung einer internen Ansprechgruppe begonnen. Diese kontinuierlich erreichbare Struktur innerhalb unsere Organisation hat in erster Linie das Ziel, Betroffenen sexualisierter Gewalt, die einen Vorfall (zunächst) nicht in der Gesamtgruppe ansprechen wollen zu unterstützen, ihnen beratend zur Seite zu stehen und Verantwortung für weiteres Vorgehen zu übernehmen. Sie soll auch für Betroffene ansprechbar sein, die nicht zu Pekrari gehören, wenn der Vorfall mit Pekari-Mitgliedern in Verbindung steht. Erreichbar ist sie unter pekari-ansprechgruppe[at]riseup.net. Außerdem soll sie auch für Täter ansprechbar sein, damit es eine Zwischeninstanz gibt, die – bevor ein Übergriff der ganzen Gruppe bekannt gemacht wird – prüfen kann, ob es bspw. überhaupt im Sinne der Betroffenen ist, damit an die (Teil-)Öffentlichkeit zu gehen. Kontinuierliche Arbeit mit Tätern soll die Ansprechgruppe nicht übernehmen.

4.2 Leitfäden zum Umgang mit Übergrifffen und Tätern

Des Weiteren haben wir uns mit Leitfäden zum Umgang mit sexualisierten Übergriffen auseinandergestetzt, welche wir nun für etwaige zukünftige Vorfälle parat haben. Besonders wertvoll fanden wir den Leitfaden der interventionistischen Linken (https://interventionistische-linke.org/beitrag/il-leitfaden-veroeffentlicht). Die darin geäußerte Grundidee ist solidarische Parteilichkeit mit der Betroffenen als politische Entscheidung. Um im Sinne dieser Handeln zu können werden als feste Struktur drei Gruppen eingerichtet: eine permanent arbeitende Ansprechgruppe, im Falle eines konkreten Übergriffs eine Unterstützer*innengruppe für die betroffene Person, sowie eine Kontaktgruppe für die Kommunikation mit dem Täter. Im weiteren Prozess ist es zuerst notwendig, für die betroffene Person einen Schutzraum zu bieten und zur Selbstermächtigung beizutragen. In einem zweiten Schritt wird in der Gruppe eine Diskussion zu dem Umgang mit dem Vorfall geführt. Nach einer Zeit der Stabilisierung kann über die Möglichkeit und die Bedingungen eines Wiedereintritts des Täters diskutiert werden.
Für letzteren Punkt haben wir – wie oben erwähnt – aus eigenen Erfahrungen mittlerweile eine Art Leitfaden entwickelt.

4.3 Institutionalisierte Reflektion und Männlichkeitskritik

Insbesondere durch die Outcalls des letzten Jahres wurde die Notwendigkeit einer organisierten Männlichkeitskritik und Selbstreflektion immer deutlicher, welches wir daraufhin versucht haben in die Gruppe zu integrieren. Die Idee: Einmal im Monat haben wir nun getrennt ein männlichkeitskritisches Plenum und ein FLINTA-Plenum. Im ersteren wird sich anhand kleiner vorbereiteter Inputs oder Diskussionsfragen auf Grundlage eigener Erfahrung und politischer Analyse kritisch mit Männlichkeit auseinandergesetzt. Dies wird detalliert und nachvollziehbar protokolliert und ist für alle in der Gruppe einsehbar. Das FLINTA-Plenum soll zum Austausch dienen, z.B. über sexistische Gruppendynamiken, Raum für Skillsharing und Verabredung für außer-Plenums-Aktivitäten bieten und es kann jederzeit eine gemeinsame Durchsicht der Protokolle des männlichkeitskritischen Plenums erfolgen.

Außerdem soll alle zwei Monate eine gemeinsame Reflektion der allgemeinen Gruppendynamiken erfolgen, damit die Hürde geringer ist, Probleme anzusprechen und um der erneuten Herausbildung starker informeller Hierarchien entgegen zu wirken.

5. Abschluss und Ausblick

Wir hoffen, dass mit diesem Text ein stückweit deutlich geworden ist, vor welchem Hintergrund interner (und bisher nicht öffentlicher) Auseinandersetzungen wir uns vor einigen Monaten als Gruppe dazu entschieden haben, auch wieder jenseits unserer eigenen Plena, interner Diskussions- und Reflexionsrunden, linke Politik zu machen. Der Aufarbeitungsprozess ist keineswegs abgeschlossen, sondern eine Bearbeitung ist weiter notwendig. Wir wollen die Auseinandersetzung mit den Täterschaften aus unseren eigenen Reihen fortführen und insgesamt den Themen sexualisierte Gewalt und Männlichkeit kontinuierlich Raum in unserer Organisierung und Praxis geben. Für die kommende Zeit nehmen wir uns außerdem vor, uns nocheinmal intensiv unseren bisherigen Leerstellen und Versäumnissen zu widmen, wozu besonders die Auseinandersetzung mit täterschützendem Verhalten einzelner Genoss*innen gehört. Ob die Fortführung des Aufarbeitungsprozesses im Rahmen von Pekari stattfinden wird, ist für uns in der derzeitigen Situation mehr als unklar. Ob unsere politische Gruppe überhaupt eine Zukunft hat, werden wir in den kommenden Wochen entscheiden.

Wir sind offen für weitere Kritik, dankbar für Hinweise und hoffen, dass die begonenen Diskussionen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der linken Szene in Jena und darüber hinaus weitergeführt werden.

unteilbar & we‘ll come united am Samstag (24.8.) in Dresden

[English below]
Am Samstag ist die bundesweite Unteilbar – Demo! Wir sind auch mit am Start: im Parade-Power-Block von We‘ll come united. Wir fahren gemeinsam mit dem Zug nach Dresden, schließt euch gern an!

Los gehts am 24. August um 8:49 Uhr ab Jena (Paradies). Treffpunkt zum gemeinsamen Sachsen-Thüringen-Ticket-Kauf ist um 8:30 Uhr. Die Auftaktkundgebung in Dresden ist um 13 Uhr auf dem Altmarkt, von 14-17 Uhr läuft die Demo und ab 17 Uhr ist dann auf der Cockerwiese noch eine große Abschlusskundgebung.

Wir planen um 19:14 Uhr ab Dresden (Hbf) wieder zurück zu fahren. Können das aber auch gemeinsam auf der Hinfahrt noch mal besprechen.

Schließt euch an! #Solidarität verteitigen! #Unitedagainstracism #Refugeeswelcome

Aufruf Welcome United

Next Saturday, the Unteilbar demonstration will take place in Dresden! We will also join: in the Parade Power Block of We‘ll come united. We will go to Dresden together by train, join us if you like.

We‘ll start on 24 August at 8:49 from Jena (Paradies). Meeting point for buying group tickets together will be at 8:30. The rally in Dresden will start at 13:00 on Altmarkt, the demonstration will be walking from 14:00–17:00 and the big final rally will take place at 17:00 on Cockerwiese.

We‘re planning to leave from Dresden (central station) at 19:14, but we can coordinate this together on the train ride to Dresden.

Join us! Defend #Solidarity! #Unitedagainstracism #Refugeeswelcome

Call Welcome United

Zugtreffpunkt Geflüchteten Soli-Demo am 10.08. Gotha / joint journey to Refugee Solidarity Demonstration 10.08. in Gotha

Stop Deportation! 10/08/19 in Gotha

[English below]
Am nächsten Samstag findet in Gotha eine Protestaktion und Soli-Demo der Geflüchteten in Gotha statt. Die Nigerianische Community ist dort von Abschiebung bedroht. Seit einigen Jahren kooperieren die Deutsche und die Nigerianische Regierung stärker miteinander. Die Folge sind u.a. nächtliche Abschiebungen aus dem Lager in Gotha. Deshalb gibt es am Samstag ab 10 Uhr eine Kunstinstallation der Refugee Black Box statt, nachmittags gibt es eine Kundgebung und eine Demo. Den Aufruf findet ihr hier (Deutsch)

Die Organisator*innen – Nigerianer*innen, Geflüchtete aus Gotha und Aktivist*innen von The VOICE Refugee Forum – fordern alle progressiven Aktivist*innen, Sympathisant*innen, Freundinnen und Freunde, Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge dazu auf, die Kampagne gegen die Abschiebungen von Nigerianern zu unterstützen und gegen Abschiebung und Isolation von Geflüchteten zu protestieren. Sie fordern ein Ende der Abschiebungen und Bewegungsfreiheit.

Deshalb wollen wir nächsten Samstag mit so vielen Menschen wie möglich zusammen nach Gotha fahren, um die Proteste zu unterstützen. Kommt mit uns mit! Treffpunkt für die gemeinsame Anreise ist 9:45 am Westbahnhof auf Gleis 1, wo wir Gruppentickets kaufen und zusammen in den Zug einsteigen, der 10:06 losfährt. Mit Umsteig in Weimar sind wir dann 11:25 in Gotha. Die gemeinsame Rückfahrt findet am nach der Demo statt.

Leitet den Aufruf weiter! Wir sehen uns Samstag 9:45 am Westbahnhof. (Es gibt auch einen anderen Zugtreffpunkt von breakdeportation. Lasst euch davon nicht beirren, wir wollen einfach gern schon ein bisschen eher, zu der Kunstinstallation, da sein. Der spätere Treffpunkt von breakdeportation steht aber trotzdem.)

Sendet eure Solidaritätsbotschaften. Wenn ihr nicht kommen könnt, um mit uns gemeinsam eure eigene Black Box zu gestalten, könnt ihr ein Foto eurer Refugee Black Box an die Facebook-Seite der Refugee Black Box senden.
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Next Saturday there will be a protest action and solidarity demonstration of Refugees in Gotha. The Nigerian Community there is threatened with deportations. The German and the Nigerian government have strengthened their cooperation since some years. One consequence of this are nightly deportations from the refugee camp in Gotha. Therefore, there will be an art installation from Refugee Black Box starting at 10 AM in Gotha and a rally plus demonstration in the afternoon. You can find the call here (English)

The organizers – Nigerians, Refugees from Gotha and activists from The VOICE Refugee Forum – call on all progressive activists, friends and sympathizers, refugees and non-refugees to join the campaign against deportation of Nigerians and to protest against the deportations and against isolation of refugees. They demand an end of the deportations and freedom of movement.

That’s why we want to come to Gotha with as many people as possible next Saturday to support the protest. Join us! Meeting point for the journey by train is 9:45 AM on platform 1 of train station Jena-West, where we will buy group tickets together and get on the train that leaves at 10:06. After changing in Weimar we will be in Gotha at 11:25. The joint way back will take place after the demonstration.

Spread the word! See you on Saturday at 9:45 AM at Jena-West. (There is another meeting point by breakdeportation. Don‘t be confused, we just want to be there a little bit earlier to see the art installation. So, you can chose between the two meeting points, the other is still up-to-date.)

Send your solidarity message. If you are not able to come to make your own Black Box you can send a photo of your Refugee Black Box to the Facebook page of the Refugee Black Box.

Am 25. Mai alle auf nach Annaberg/Buchholz!

Am 25. Mai werden wieder christliche Fundamentalist*innen und andere rechte Abtreibungsgegner*innen in Annaberg/Buchholz aufmarschieren. Als sogenannter „Schweigemarsch für das Leben“ versammeln sich Sexist*innen unterschiedlicher politischer Coleur mit dem Ziel, das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper von Frauen und Transpersonen noch weiter einzuschränken.
Wir werden das nicht hinnehmen! Es gilt, ihnen auch in diesem Jahr den Tag ordentlich zu versauen. Aber dabei kann es für uns nicht enden. Immer noch ist auch in Deutschland für Frauen und Transpersonen die Situation von Schwangerschaftsabbrüchen enorm prekär und Abtreibungen noch immer nur unter großen Einschränkungen möglich und lediglich „entkriminalisiert“. Es ist eine Zumutung, dass uns dieses elementare Recht, über den eigenen Körper entscheiden zu können, noch immer abgesprochen wird! Es ist eine Zumutung, darüber immer noch reden zu müssen. Scheiße, wir sind sauer!
Darum fahrt mit uns gemeinsam am 25.5.2019 nach Annaberg/Buchholz und lasst uns unseren Protest auf die Straße tragen! Gegen Fundis, Nazis und andere Sexist*innen! Und für eine feministische und selbstbestimmte Perspektive!

Wir fordern: Die Abschaffung von § 218 StGB! Abtreibungen müssen legal, kostenlos und sicher sein!

Informationsfreiheit umsetzen! Es muss möglich sein, öffentlich über Abtreibungsmöglichkeiten aufzukären! §219a StGB abschaffen!

Inklusion leben! Für eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob ein Kind mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommt!

Die Gleichberechtigung aller sexuellen Lebensweisen und geschlechtlichen Identitäten!

Weltweiten kostenlosen Zugang zu Aufklärung über den menschlichen Körper und Sexualität, sowie Verhütungsmitteln! Wir werden gemeinsam mit PKWs anreisen. Treffpunkt geben wir im Vorfeld nochmals per E-Mail bekannt. Damit wir kalkulieren können, möchten wir Euch bitten, Euch im Vorfeld unter der untenstehenden E-Mail-Adresse der Falken Jena zu melden. Gegebenenfalls auch, ob Ihr mit einem PKW hin fahren würdet.

Pro Choice Jena

E-Mail bitte an die folgende Adresse:
info@falken-jena.de

Weitere Infos zum Program vor Ort findet Ihr hier:
https://schweigemarsch-stoppen.de/