Archiv der Kategorie 'Antifaschistische Aktion'

VIELEN DANK FÜR DIE BLUMEN! Statement zu einem peinlichen Einschüchterungsversuch der AfD

Mit einem peinlichen Statement wendete sich heute früh die AfD-Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal via Facebook und OTZ an die Öffentlichkeit und klagt darin die Stadt Jena an: „linksradikale Indoktrination“ werde unterstützt, die „Förderung von Linksextremismus“ sei nicht hinnehmbar. Anlass für ihre Aufregung ist unsere Veranstaltung „Beziehungsweise Revolution“ mit Bini Adamczak heute Abend im Kulturzentrum Kassablanca.

Wir sagen zunächst mal: Vielen Dank für die Blumen und die unerwartete Unterstützung bei der Veranstaltungsbewerbung! Vielleicht fühlt sich der eine oder die andere ja einmal mehr ermuntert, später vorbeizuschauen. Die „linksradikale Indoktrination“, welche die AfD-Abgeordnete für heute Abend heraufbeschwört, ist übringens eine spannende Lesung zu Revolutionsgeschichte und politischer Theorie und eine daran anschließende kritische Diskussion mit der Autorin über zeitgemäße gesellschaftsverändernde Praxis.

Es ist nicht der erste Versuch von Seiten der AfD unliebsame politische Gegner*innen öffentlich unter Druck zu setzen. Und im Hinblick auf die kommenden Kommunal- und Landtagswahlen 2019 und das weiter nach rechts rutschende politische Klima ist klar: Es wird auch nicht der Letzte sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere politische Veranstaltungen und kulturelle Institutionen, die der AfD ein Dorn im Auge sind, ins Schussfeld ihrer billigen Delegitimierungsversuche geraten.

Die Absage des Konzerts der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ durch die Organisator*innen der Bauhaus-Feierlichkeiten im Oktober in Dessau hat gezeigt, worin die Gefahr besteht: Darin, dass Initiativen, die in den Fokus rechter Stimmungsmache geraten, einknicken.

Deswegen: Liebe Kulturinitiativen, Vereine, Beratungsstellen und Gruppen, die ihr in Jena und Thüringen den Kampf gegen Rassismus, Menschenfeindlichkeit und die Verrohung des gesellschaftlichen Klimas durch die Neue Rechte unterstützt: Lassen wir uns nicht einschüchtern!
Im Gegenteil: Lasst uns den Spieß umdrehen und das verzweifelte Aufmerksamkeitsgehasche der AfD mit einem entschlossenen gesellschaftlichen Antifaschismus im Wahljahr 2019 beantworten!

Und finally: Worauf stützt sich eigentlich Muhsals Anklage, die Stadt Jena fördere Linksextemismus, wenn eine antifaschistisch arbeitende Gruppe eine Lesung in einem von der Stadt geförderten Kulturzentrum veranstaltet? Auf die völlig absurde Arbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz, das Gruppen, die über soziale Medien zu Protesten gegen die AfD aufrufen, in seinen Berichten als gewaltorientierte Linksextremisten auflistet. Spätestens im Zuge der desaströsen (Nicht-)Aufarbeitung der NSU-Morde hat der Thüringer Verfassungsschutz seine Glaubwürdigkeit und Legitimation verloren.

Was wirklich nicht hinzunehmen ist, ist die Selbstverständlichkeit mit der extrem rechte Kräfte im Parlament und in der Öffentlichkeit mittlerweile auftreten und alle, die sich ihnen entgegenstellen, als „linksextremistisch“ diffamieren. Zur Förderung der AfD aus Steuergeldern sagen wir: Völkischen Nationalisten in Nadelstreifen keinen Raum geben!

Diesjähriger Ratschlag am 02./03. November in Eisenach

Der diesjährige antifaschistische & antirassistische Ratschlag findet vom 2.-3. November in Eisenach statt. Auf dem Ratschlag trifft sich jedes Jahr die ganz Breite antifaschistischer Bündnisse und Gruppen aus Thüringen. Von pluralen Bürgerbündnissen, Gewerkschaften und Parteien bis zu linksradikalen Antifagruppen dient er als Ort des Austausches, der Weiterbildung und Vernetzung.

Am Freitag geht‘s um 17 Uhr mit einem Mahngang, einer Vorführung der NSU-Monologe und einem anschließenden Konzert los. Nach der Begrüßung beginnt der Samstag mit einem Podium zur Frage wie eine antifaschistische Bewegung auf den Rechtsruck reagieren kann – und sollte. Im Anschluss folgen zwei Workshopphasen.

Auch wir beteiligen uns dieses Jahr wieder am Programm und sind mit zwei Workshops vertreten:

Antifa und Männlichkeit
Workshopphase 1: 11:45 – 13:45
Geschlechterrollen prägen uns alle. Das gilt für das Private, das Berufliche, aber auch in die politische Arbeit. Gerade in antifaschistischen Gruppen wird oft von männlicher Dominanz und “Mackern” berichtet. Dieses Problem führte schon in den 80er Jahren zur Gründung von feministischen Antifagruppen, die sich als Reaktion auf dieses Verhalten bildeten. Ihre Kritik wollen wir zum Anlass nehmen, unsere politische Praxis zu hinterfragen. Des Weiteren wollen wir sexistische Verhaltensweisen gemeinsam aufdecken und uns über Erfahrungen zu diesem Thema austauschen.

Solidarität muss praktisch werden!
Workshopphase 2: 14:30 – 16:30
Ob neoliberaler Regen oder autoritärrechtspopulistische Traufe: Die (radikale) Linke gibt in der aktuellen Großwetterlage kein besonders gutes Bild ab. Bunte Regenschirme auf Großdemos ändern daran leider auch nichts. Vielmehr brauchen wir (auch) eine im Alltag verankerte, solidarische politische Praxis, die dort ansetzt, wo derzeit Nährboden für faschistische Tendenzen entsteht: im Kontext zunehmender Prekarität und ökonomischer Verunsicherung. Aber wie kann das konkret aussehen? Wie können wir Solidarität im Kontext von Miete, Jobcenter, Lohnarbeit auch praktisch erfahrbar machen, statt sie nur zu propagieren? Fragen wie diese wollen wir mit euch anhand verschiedener Beispiele und Erfahrungen diskutieren.

Für Kinderbetreuung, Essen und Trinken wird gesorgt sein. Eine Spende ist immer gerne gesehen.

Für Infos zur Anreise aus Jena meldet euch bei uns!

Den Aufruf und weitere Informationen zum Ort, zu den Workshops oder Vorträgen findet ihr auf der Homepage: ratschlag-thueringen.de

Protest gegen Neonazi-Großevent in Apolda & Solidarität mit der Refugee-BlackBox-Konferenz in Jena!

Gerade jetzt: Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten!
Was wir derzeit sehen: In Chemnitz proben Rassist*innen den Volksaufstand und jagen Migrant*innen, die AfD visiert Regierungsbeteiligungen bei den kommenden Landtagswahlen an und die europäische Abschottungspolitik hat ungebrochen mörderische Konsequenzen auf dem Mittelmeer.

Was wir dabei oft übersehen: Jenseits des Rampenlichts organisieren sich seit Jahren bundesweit Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity gegen Abschiebungen, Isolation und Rechtsruck. Das gibt Hoffnung, das gibt Kraft! Und gerade jetzt braucht das unsere Solidarität!

Black Box Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober
Für den 05./06. Oktober mobilisieren Neonazis nun mal wieder europaweit nach Thüringen: In Apolda findet die 3. Auflage von „Rock gegen Überfremdung“ statt. Mehrere Tausend Faschos werden zu dem Hasskonzert erwartet. Infos zu de geplanten zivilgesellschaftlichen Protestaktionen gibts auf www.wirfuerapolda.de

Wenn sich an jenem Wochenende im Oktober in Apolda die Neonazi-Szene beim widerlichen Rechtrock-Großevent vernetzt, werden gleichzeitig in Jena erneut AktivistInnen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es wird Diskussionen, Präsentationen und Aktionen geben, um neue Strategien gegen den Rassismus und das Abschieberegime in Deutschland zu entwickeln und die Vernetzung der Community zu stärken.

Wie bereits im Januar 2017 wird die Konferenz unter dem Motto „Refugee Black Box“ stattfinden. Die „Black Box“ ist inzwischen zu einem bundesweiten Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten geworden. Mehr Infos und Bilder zur Kampagne findet ihr auf thevoiceforum.org und breakdeportation.blogsport.de.

Die Aktivist*innen sind ein weiteres Mal auf unsere lokale Unterstützung angewiesen!

Schlafplätze
: Ihr habt in dem Zeitraum vom 04. – 07. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) ein Gästezimmer, WG-Zimmer oder eine Couch bei euch zuhause frei? Dann meldet euch bei uns und beantwortet am Besten folgende Fragen: Von wann bis wann? Wie viele Personen? Werden Schlafsäcke etc benötigt? Wo ist eure Wohnung und wer ist die Kontaktperson?

Kochen: Die Koch-Crew freut sich an allen Tagen über Unterstützung. Sagt uns Bescheid, wenn ihr an einem oder mehreren Tagen mitschnippeln und köcheln wollt!

Spenden: Die Refugee-Community setzt auf ihre finanzielle Autonomie, d.h. keine Anträge, aber ein Beitrag von allen, die Teil der Bewegung sind oder mit ihr sympathisieren. Deshalb eure solidarische Spende (wirklich unbedingt gebraucht!) an:

Förderverein The VOICE e.V.
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

Alle Infos zu eurem support per Mail an breakdeportation-jena@riseup.net!

Wie weiter nach #Chemnitz?

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07. September ab 16 Uhr im Infoladen (Schillergäßchen 5)!

Viele, aber immerhin deutlich weniger Nazis als erwartet, kamen am Samstag zur Kundgebung und Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida. Schätzungsweise 5000 nahmen am faschistischen Aufmarsch teil. An den Gegenprotesten von @ChemnitzNazifrei beteiligten sich ca. 4000 Antifaschist*innen. Hunderte entschlossen sich kurzerhand die Straße nicht Höcke, Pegida und co zu überlassen und blockierten an zwei Stellen den Aufzug. Nach weniger als 500 Metern wurde der „Trauermarsch“ gestoppt und zum umdrehen gezwungen. Wie bedanken und bei allen, die sich den Nazis in den Weg gestellt haben!


Photo: PM Cheung on Twitter

Links draufhaun, rechts wegschaun
Trotz des Einsatzes bundesweiter Polizeieinheiten, konnten die Rechten aus ihrer Demo ausbrechen und Jagd auf Linke, Migrant*innen, PoC und Journalist*innen machen. Die Rechten konnten ungestört von der Polizei Räumpanzer und Wasserwerfer blockieren, Hitlergrüße zeigen, Pressevertreter*innen bedrohen, während Linke eingekesselt, erkennungsdienstlich behandelt und stundenlang drangsaliert und festgehalten wurden. Ein weiteres mal sind wir in der Ansicht bestätigt worden, dass die #Pegizei nicht Willens ist, dem tobenden Fascho-Mob Einhalt zu gebieten.

Obwohl bundesweit Antifaschist*innen mobilisiert wurden, waren wir am Samstag in Chemnitz zahlenmäßig unterlegen. In Leinefelde und Plauen fanden zeitgleich weitere faschistische Mobilisierungen statt, die teils mit über 700 Nazis unbehelligt über die Bühne liefen. Trotz erfolgreicher Blockaden in Chemnitz, ein mutmachender Tag für die antifaschistische Bewegung in Ostdeutschland hätte anders ausgesehen.

Neue Qualität rechter Mobilisierung

Die letzte Woche in Chemnitz hat gezeigt, dass der Schulterschluss zwischen militanten Nazihools, ideologischen Führungskadern a la Höcke, Sellner, Bachmann oder Kubitschek und breiter rechtspopulistischer Bewegungen (Pegida) auf der Straße brutale Realität geworden ist. Für die Zukunft heißt das: wenn die Rechten es schaffen, die internen Querelen beiseite zu legen, stehen wir einer neuen Qualität faschistischer Mobilisierung gegenüber. Darauf müssen wir uns vorbereiten!

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07.09.18 ab 16 Uhr im Infoladen oder schreibt uns per Mail an pekari@riseup.net, wenn ihr in gemeinsamer Runde über das Erlebte sprechen wollt oder Repression erfahren habt.

HINFAHREN STATT WEGSEHEN! Gemeinsame Busanreise aus Thüringen nach Chemnitz

Nach dem, was in den vergangenen Tagen in Chemnitz passiert ist, werden wir die Antifaschist*innen in der Stadt nicht alleine lassen! Wir wollen deshalb die Proteste der Chemnitzer*innen unterstüzen und fahren am kommenden Samstag zur Kundgebung „Herz statt Hetze“ des Bündnis Chemnitz Nazifrei!

Die Versuche den Tod eines Menschen auf perfide Weise in Form eines „Trauermarschs“ zu instrumentalisieren, um Hetze gegen Antifaschist*innen und vermeintliche Migrant*innen auf die Straße zu tragen, wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Stellt euch mit uns am Samstag der reaktionären Mischung aus AfD, PEGIDA und Nazihools entgegen!

Wie kommen wir nach Chemnitz?

Wir wollen uns mit vielen Jenaer*innen den Bussen, die ab Erfurt fahren anschließen. Wahrscheinlich können wir in Jena eingesammelt werden. Meldet euch bis morgen (Freitag) 14Uhr mit dem Betreff „Chemnitz“ unter nischeltours@riseup.net und schreibt in die Mail die Anzahl der Personen sowie, dass ihr aus Jena seid. Der genaue Treff- und Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

Wir wollen sicher und gemeinsam von Jena nach Chemnitz und wieder zurück kommen. Bildet deshalb Bezugsgruppen, sprecht euch untereinander ab. An- und Abreise werden wir gemeinsam bestreiten und zusammenbleiben.

Weitere Infos zur Anreise beim „Auf die Plätze Bündnis Erfurt“:

Weitere Infos zu den Gegenprotesten beim „Bündnis Chemnitz Nazifrei“