Archiv der Kategorie 'Antifaschistische Aktion'

Protest gegen Neonazi-Großevent in Apolda & Solidarität mit der Refugee-BlackBox-Konferenz in Jena!

Gerade jetzt: Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten!
Was wir derzeit sehen: In Chemnitz proben Rassist*innen den Volksaufstand und jagen Migrant*innen, die AfD visiert Regierungsbeteiligungen bei den kommenden Landtagswahlen an und die europäische Abschottungspolitik hat ungebrochen mörderische Konsequenzen auf dem Mittelmeer.

Was wir dabei oft übersehen: Jenseits des Rampenlichts organisieren sich seit Jahren bundesweit Aktivist*innen der Flüchtlingscommunity gegen Abschiebungen, Isolation und Rechtsruck. Das gibt Hoffnung, das gibt Kraft! Und gerade jetzt braucht das unsere Solidarität!

Black Box Konferenz in Jena vom 04. – 07. Oktober
Für den 05./06. Oktober mobilisieren Neonazis nun mal wieder europaweit nach Thüringen: In Apolda findet die 3. Auflage von „Rock gegen Überfremdung“ statt. Mehrere Tausend Faschos werden zu dem Hasskonzert erwartet. Infos zu de geplanten zivilgesellschaftlichen Protestaktionen gibts auf www.wirfuerapolda.de

Wenn sich an jenem Wochenende im Oktober in Apolda die Neonazi-Szene beim widerlichen Rechtrock-Großevent vernetzt, werden gleichzeitig in Jena erneut AktivistInnen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen. Es wird Diskussionen, Präsentationen und Aktionen geben, um neue Strategien gegen den Rassismus und das Abschieberegime in Deutschland zu entwickeln und die Vernetzung der Community zu stärken.

Wie bereits im Januar 2017 wird die Konferenz unter dem Motto „Refugee Black Box“ stattfinden. Die „Black Box“ ist inzwischen zu einem bundesweiten Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten geworden. Mehr Infos und Bilder zur Kampagne findet ihr auf thevoiceforum.org und breakdeportation.blogsport.de.

Die Aktivist*innen sind ein weiteres Mal auf unsere lokale Unterstützung angewiesen!

Schlafplätze
: Ihr habt in dem Zeitraum vom 04. – 07. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) ein Gästezimmer, WG-Zimmer oder eine Couch bei euch zuhause frei? Dann meldet euch bei uns und beantwortet am Besten folgende Fragen: Von wann bis wann? Wie viele Personen? Werden Schlafsäcke etc benötigt? Wo ist eure Wohnung und wer ist die Kontaktperson?

Kochen: Die Koch-Crew freut sich an allen Tagen über Unterstützung. Sagt uns Bescheid, wenn ihr an einem oder mehreren Tagen mitschnippeln und köcheln wollt!

Spenden: Die Refugee-Community setzt auf ihre finanzielle Autonomie, d.h. keine Anträge, aber ein Beitrag von allen, die Teil der Bewegung sind oder mit ihr sympathisieren. Deshalb eure solidarische Spende (wirklich unbedingt gebraucht!) an:

Förderverein The VOICE e.V.
Sparkasse Göttingen
Kontonummer: 127829
BLZ: 260 500 01
IBAN: DE97 2605 0001 0000 1278 29
BIC: NOLADE21GOE

Alle Infos zu eurem support per Mail an breakdeportation-jena@riseup.net!

Wie weiter nach #Chemnitz?

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07. September ab 16 Uhr im Infoladen (Schillergäßchen 5)!

Viele, aber immerhin deutlich weniger Nazis als erwartet, kamen am Samstag zur Kundgebung und Demo von Pro Chemnitz, AfD und Pegida. Schätzungsweise 5000 nahmen am faschistischen Aufmarsch teil. An den Gegenprotesten von @ChemnitzNazifrei beteiligten sich ca. 4000 Antifaschist*innen. Hunderte entschlossen sich kurzerhand die Straße nicht Höcke, Pegida und co zu überlassen und blockierten an zwei Stellen den Aufzug. Nach weniger als 500 Metern wurde der „Trauermarsch“ gestoppt und zum umdrehen gezwungen. Wie bedanken und bei allen, die sich den Nazis in den Weg gestellt haben!


Photo: PM Cheung on Twitter

Links draufhaun, rechts wegschaun
Trotz des Einsatzes bundesweiter Polizeieinheiten, konnten die Rechten aus ihrer Demo ausbrechen und Jagd auf Linke, Migrant*innen, PoC und Journalist*innen machen. Die Rechten konnten ungestört von der Polizei Räumpanzer und Wasserwerfer blockieren, Hitlergrüße zeigen, Pressevertreter*innen bedrohen, während Linke eingekesselt, erkennungsdienstlich behandelt und stundenlang drangsaliert und festgehalten wurden. Ein weiteres mal sind wir in der Ansicht bestätigt worden, dass die #Pegizei nicht Willens ist, dem tobenden Fascho-Mob Einhalt zu gebieten.

Obwohl bundesweit Antifaschist*innen mobilisiert wurden, waren wir am Samstag in Chemnitz zahlenmäßig unterlegen. In Leinefelde und Plauen fanden zeitgleich weitere faschistische Mobilisierungen statt, die teils mit über 700 Nazis unbehelligt über die Bühne liefen. Trotz erfolgreicher Blockaden in Chemnitz, ein mutmachender Tag für die antifaschistische Bewegung in Ostdeutschland hätte anders ausgesehen.

Neue Qualität rechter Mobilisierung

Die letzte Woche in Chemnitz hat gezeigt, dass der Schulterschluss zwischen militanten Nazihools, ideologischen Führungskadern a la Höcke, Sellner, Bachmann oder Kubitschek und breiter rechtspopulistischer Bewegungen (Pegida) auf der Straße brutale Realität geworden ist. Für die Zukunft heißt das: wenn die Rechten es schaffen, die internen Querelen beiseite zu legen, stehen wir einer neuen Qualität faschistischer Mobilisierung gegenüber. Darauf müssen wir uns vorbereiten!

Kommt zum Auswertungstreffen am Freitag, dem 07.09.18 ab 16 Uhr im Infoladen oder schreibt uns per Mail an pekari@riseup.net, wenn ihr in gemeinsamer Runde über das Erlebte sprechen wollt oder Repression erfahren habt.

HINFAHREN STATT WEGSEHEN! Gemeinsame Busanreise aus Thüringen nach Chemnitz

Nach dem, was in den vergangenen Tagen in Chemnitz passiert ist, werden wir die Antifaschist*innen in der Stadt nicht alleine lassen! Wir wollen deshalb die Proteste der Chemnitzer*innen unterstüzen und fahren am kommenden Samstag zur Kundgebung „Herz statt Hetze“ des Bündnis Chemnitz Nazifrei!

Die Versuche den Tod eines Menschen auf perfide Weise in Form eines „Trauermarschs“ zu instrumentalisieren, um Hetze gegen Antifaschist*innen und vermeintliche Migrant*innen auf die Straße zu tragen, wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Stellt euch mit uns am Samstag der reaktionären Mischung aus AfD, PEGIDA und Nazihools entgegen!

Wie kommen wir nach Chemnitz?

Wir wollen uns mit vielen Jenaer*innen den Bussen, die ab Erfurt fahren anschließen. Wahrscheinlich können wir in Jena eingesammelt werden. Meldet euch bis morgen (Freitag) 14Uhr mit dem Betreff „Chemnitz“ unter nischeltours@riseup.net und schreibt in die Mail die Anzahl der Personen sowie, dass ihr aus Jena seid. Der genaue Treff- und Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben.

Wir wollen sicher und gemeinsam von Jena nach Chemnitz und wieder zurück kommen. Bildet deshalb Bezugsgruppen, sprecht euch untereinander ab. An- und Abreise werden wir gemeinsam bestreiten und zusammenbleiben.

Weitere Infos zur Anreise beim „Auf die Plätze Bündnis Erfurt“:

Weitere Infos zu den Gegenprotesten beim „Bündnis Chemnitz Nazifrei“

KEIN SCHLUSSSTRICH! Kundgebung zur Urteilsverkündung im NSU-Prozess | 11. Juli ab 17:00 Holzmarkt

In Gedenken an:
Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter

5 Jahre nach der Eröffnung des Prozesses gegen Beate Zschäpe und einige Unterstützer des sogenannten NSU bleiben mehr Fragen als eine wirkliche Aufklärung der Entstehung, Verheimlichung und Vertuschung seiner menschenverachtenden Aktivitäten. Vor allem den Betroffenen des faschistischen Terrors wird nach wie vor viel zu wenig Solidarität und Gerechtigkeit zu Teil.

Auch in Jena, der Herkunftsstadt der NSU-Gruppe, gibt es weiterhin kaum eine angemessene Beschäftigung seitens der Stadt und Zivilgesellschaft mit ihren Nazis. Das Kapitel NSU soll nach dem Urteil des Oberlandesgerichts in München nach Willen der Staatsanwaltschaft, staatlicher Behörden und der Regierungen zu den Akten gelegt werden. Damit werden auch heute stattfindende Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt – bis hin zur Entstehung weiterer rechtsterroristischer Gruppierungen wie der „Gruppe Freital“ – relativiert und verschleiert.

Lasst uns dagegen protestieren, an die Betroffenen denken, ihr Recht einfordern und für eine lückenlose Aufklärung eintreten! Erinnern wir uns auch daran, dass Jena der Herkunftsort des NSU ist und damit – wie auch in München – kein Schlussstrich ziehen!

Unter anderem wollen wir auf der Kundgebung die Anklageschrift des „Tribunals ‚NSU-Komplex‘ auflösen“ hören. Verzichtet bitte insbesondere in diesem Fall auf Parteisymbole und Vereinnahmungsversuche.

Am Tag der Urteilsverkündung werden in vielen Städten Demonstrationen und Kundgebungen stattfinden. Einen Überblick, sowie den vollständigen Aufruf zur Demonstration beim Oberlandesgericht in München gibt es auf auf nsuprozess.net.

WORK TOGETHER! – Am 1. Mai in Erfurt den Naziaufmarsch sabotieren!



Kommende Veranstaltungen:

21. April, 13 Uhr Infoveranstaltung in Erfurt im filler, Schillerstr. 44
24. April, 19 Uhr Infoveranstaltung in Jena im HS 9, Carl-Zeiss-Str. 3
29. April, ab 12 Uhr Basteltreffen in Jena im DRJ, Seidelstr. 21

Alle Infos auf worktogether.blogsport.de

Work together! 1.Mai 2018, Naziaufmarsch sabotieren.
Der 1. Mai ist der Tag, an dem die Erfolge der Arbeiter*innen gefeiert werden sollten. Jedoch versuchen jedes Jahr neue und alte Nazis ihn für sich zu vereinnahmen. Unter dem Motto „Soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen – Die etablierte Politik macht Deutschland arm!“ mobilisiert die NPD dieses Jahr bundesweit zu einer Demonstration in Erfurt. Unterstützt wird sie dabei von den Jungen Nationalisten (JN) und der Partei DIE RECHTE. Angekündigt sind sowohl der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz als auch der Europaabgeordnete Udo Voigt und die Thüringer Nazi-Größe Thorsten Heise. So versucht die NPD krampfhaft, ein Groß-Event zu inszenieren, damit auch sie vom Rechtsruck der letzten Jahre profitieren und neue Anhänger*innen gewinnen kann. Mit sozialer Gerechtigkeit gegen die steigende Armut wird geworben – diese soll jedoch nicht für jede*n gelten. Denn die Schuld an den herrschenden Missständen wird nicht der kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaftsordnung, sondern Geflüchteten, Migrant*innen und Jüd*innen gegeben. Dadurch werden die eigentlichen Probleme nicht grundlegend gelöst, sondern auf Personengruppen projiziert. Dieser rassistischen und antisemitistischen Hetze sagen wir den Kampf an: Grenzenlose Solidarität statt Ausgrenzung!

Dass diese Veranstaltung in Erfurt stattfindet ist kein Zufall. Die Naziparteien in Thüringen sind bestens vernetzt. Dieser Umstand zeigt sich regelmäßig an gemeinsamen Aufmärschen und großen Nazi-Konzerten. Hier müssen sie mit wenig Widerstand rechnen und können weitestgehend ungehindert agieren. So z. B. beim größten Nazi-Festival Europas im vergangenen Jahr in Themar, an dem sich ca. 6000 Nazis erfreuten und das sie zur Vernetzung nutzten. Doch auch abseits solcher vielbeachteten Großveranstaltungen finden fast wöchentlich kleinere Veranstaltungen, v.a. im ländlichen Raum, statt. Dank der bestehenden Infrastruktur (Kammwegklause und Volksgemeinschaft e.V. im Stadtteil Herrenberg) können sich aber auch in Erfurt Nazis bestens vernetzen und bei „Liederabenden“ amüsieren.

Neben NPD, III. Weg usw., ist mittlerweile auch die AfD einer der Hauptorganisatoren von rechten Veranstaltungen, wie z. B. auch im vergangenen Jahr am 1. Mai in Erfurt, als sie eine Kundgebung unter dem Motto „Sozial ohne Rot zu werden“ veranstaltete. Auch dieses Jahr hatte sie sich zunächst für eine Kundgebung in Erfurt angekündigt. Dabei versucht gerade die Thüringer AfD sich als „Anwalt des kleinen Mannes“ darzustellen, verfolgt in ihren Forderungen jedoch nur die Logik eines nationalistischen Standortkapitalismus. So versuchte sie Anfang des Jahres eigene Betriebsräte aufzustellen, um damit den Anschein einer Vertretung für Arbeiter*innen zu erwecken. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass es nicht darum geht, Rechte der Arbeiter*innen zu erkämpfen. Ihr Ziel ist dabei lediglich eine Schwächung der Gewerkschaften, zu gunsten des Kapitals. Welche Folgen das konkret hat, ist momentan in Österreich zu beobachten: Reiche müssen weniger Steuern zahlen, während Leistungen für Sozialschwache abgeschafft werden. Außerdem ist die Politik der AfD eine ausgrenzende und rassistische. Slogans wie „solidarischer Patriotismus“ zeigen dies auf.

Auf Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus haben wir keinen Bock! Deswegen rufen wir dazu auf, sich den rechten Versammlungen entgegenzustellen. Erfolgreiche Proteste gegen den NPD-Aufmarsch am 01. Mai 2010 haben bewiesen, dass das möglich ist.

Lasst uns auch dieses Jahr wieder gegen den Rechtsruck ankämpfen und für das gute Leben und eine solidarische Gesellschaft eintreten! Gerade am 1. Mai sollten Linke gegen das notwendige Übel der Lohnarbeit auf die Straße gehen. Denn wir merken in immer mehr Bereichen wie z. B. bei der Miete und Gesundheitsversorgung, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um alle Bedürfnisse abzudecken. Grund dafür ist die kapitalitische Verwertungslogik – und nicht einzelne handelnde Personen oder Personengruppen. Egal, ob im Betrieb, im eigenen Viertel oder der Schule: Nur wenn wir gemeinsam handeln, ist eine bessere Welt möglich. Einer ausschließenden Gesellschaft und ausbeuterischen Wirtschaft setzen wir die Idee eines solidarischen und herrschaftsfeindlichen Zusammenlebens entgegen.