Archiv der Kategorie 'Antirassismus'

REFUGEE BLACK BOX – „Break Deportation“ Aktionstage vom 27. – 29. Januar in Jena

Das kommende Wochenende in Jena steht im Zeichen der Kämpfe gegen Abschiebungen. Initiiert von The VOICE Refugee Forum und dem thüringenweiten Netzwerk „Break Deportation“ wird in Jena am Wochenende vom 27. – 29. Januar 2017 ein größeres Aktions- und Vernetzungstreffen stattfinden.

Die „Refugee Black Box“

Wie in einem Tribunal soll das System angeklagt werden und es soll sich eine Plattform bieten, auf der die Gequälten ihre eigenen Anklagen in das öffentliche Bewusstsein tragen können. Es beinhaltet auch Elemente des Festivals mit seinen kulturellen Beiträgen. Die Idee parodiert die “Black Box” eines Flugzeugs. Sie beinhaltet sensible Informationen, die entscheidend für das Funktionieren sind. Die Gequälten können ihre Klagen einreichen, die die Basis für die nächsten Protestaktionen gegen die allgegenwärtige koloniale Ungerechtigkeit bilden werden.

Das Ziel des Wochenendes ist es, die Graswurzelkämpfe der Flüchtlingscommunitybewegung im Jahr 2017 zu stärken und aus dem Zusammentreffen eine konkrete und ermächtigende Waffe der politischen Solidarität gegen Abschiebungen und koloniales Unrecht entstehen zu lassen. Den gesamten Aufruf findet ihr hier:
„Break the Deportation DNA Chain: Refugee Black Box – die ununterdrückbare Stimme und Kraft der Gequälten“– Jenseits der Gerichtssäle!“

Workshops, Ausstellung, Soliparty
Das komplette Programm für das Wochenende, u.a. bestehend aus Workshops, Diskussionen und gemeinsamen Mahlzeiten, gibt´s hier. Zentrales Event ist neben der Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung WE WILL RISE كُلّﻪ ما تَمامْ, welche vom 26.01. – 03.02. im Campus Foyer in der Carl-Zeiss-Straße 3 zu sehen sein wird, das „Break Deportation“-Solikonzert am Samstag Abend im Cafe Wagner. Letś celebrate the struggle!

Kommt zur „Parade der ununterdrückbaren Stimmen“!
Außerdem rufen wir zusammen mit The VOICE und „Break Deportation“ im Rahmen der Black-Box-Aktionstage für Samstag, den 28. Januar zu einer antirassistischen Demonstration in der Innenstadt auf, um den Widerstand gegen das deutsche Abschieberegime und rassistischen Nationalimus sichtbar zu machen.
Kommt ab 15 Uhr zum Johannisplatz zur „PARADE DER UNUNTERDRÜCKBAREN STIMMEN“!

Wir werden einer unserer Hauptforderungen eine Stimme geben: Wir kämpfen für ein bedinungsloses Bleiberecht für alle! Stoppt Abschiebungen sofort! Die Idee der “Parade”: Wir werden als eine kraftvolle, kreative, farbenfrohe Demonstration durch die Straßen ziehen, tanzend, schreiend, mit Musik, Performance-Interventionen, Samba-Percussion und mehr. Unsere Stimmen sind ununterdrückbar – Break the culture of deportation!

Weil jede Abschiebung ein Verbrechen ist: Unterstützt die „Refugee Black Box“-Aktionstage in Jena vom 27. – 29. Januar 2017. Be part of the struggle!

„If you‘ve come to help me, you‘re wasting your time. But if you‘ve come because your liberation is bound up with mine, then let us work together.“ (Lila Watson, Aboriginal educator and activist, Australia)

IfS dicht machen – Mobi-VA

Vom 17. bis zum 19.Februar soll in Schnellroda im „Institut für Staatspolitik“ (IfS) die alljährliche Winterakademie stattfinden. Das IfS unter seinem Vorsitzenden Götz Kubitschek gilt als think tank der „Neuen Rechten“ mit weitreichenden Kontakten in Wirtschaft und Politik. Die Winterakademie dient der Vernetzung von Identitären, AfD und anderen etablierten Nazistrukturen. Außerdem wird gemeinsam die Strategie- und Theorieentwicklung des rechten roll backs in Deutschland vorangetrieben.

Seit Bestehen des IfS gab es kaum spürbaren Protest gegen die gefährlichen Umtriebe des Verlegers und rechten Vordenkers Götz Kubitschek. Damit ist seit Ende letzten Jahres Schluss. Gemeinsam mit dem Bündnis Aufstehen gegen Rassismus tragen wir unseren Protest vor die Tore des Rittergutes in Schnellroda, bis dieses fallen wird.

Kommt zum Mobivortrag am 24.01., 19 Uhr in den Seminarraum 309 Carl-Zeiss-Straße 3 und mit uns am 17.02. nach Schnellroda!

Infos für eine gemeinsame Anreise bei der Mobiveranstaltung oder schreibt an pekari[at]riseup.net

pekari.blogsport.de

aufstehen-gegen-rassismus.de

26. antifaschistischer & antirassistischer Ratschlag in Ilmenau

Aus dem Aufruf:

„Am 9. November 1938 zündeten Deutsche landesweit Synagogen und andere jüdische Einrichtungen an, verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden. Seit den 90er Jahren organisieren wir um den Jahrestag dieser Ereignisse, die als Reichspogromnacht in die Geschichte eingingen, den antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag, um uns aktuellen Formen des Menschenhasses zu stellen. Der antifaschistische und antirassistische Ratschlag will faschistische Tendenzen in ihren unterschiedlichsten Formen und Erscheinungen bekämpfen, die Aktiven zusammenbringen und vernetzen sowie Positionen und Strategien im Bereich des Antifaschismus und Antirassismus diskutieren. Dieses Jahr wird der Ratschlag am 4./5. November in Ilmenau stattfinden. (…)“

Wir beteiligen uns dieses Jahr mit zwei praxisbezogenen Workshops:

Gemeinsam mit der „Jugend gegen Rechts“ aus Jena:
Jugendorganisierung: Wie? Warum? Mit wem? – Eine Anstiftung zum Banden bilden [05.11 |Phase 1: 12.00 – 14.00 Uhr]

Uns gibt es haufenweise und in so gut wie jeder Stadt: Jugendliche, die keinen Bock auf Nazis und Rassismus haben. Aber viel zu selten kommen wir zusammen, um uns auszutauschen und selbst zu organisieren. Lasst uns das ändern! Wir glauben es braucht mehr offene und zugängliche Organisierungsplattformen für linke, antifaschistische Jugendliche. Anhand unserer Erfahrungen in Jena mit dem Bündnis „Jugend gegen Rechts“ wollen wir mit euch darüber ins Gespräch kommen. „If the kids are united“ und so.

Und zusammen mit dem Infoladen Sabotnik aus Erfurt:
Gemeinsam in die Offensive. Linksradikale Vernetzung in Thüringen [05.11. | Phase2: 15.30 – 17.30 Uhr]

Wir wollen ein gutes Leben für alle. Dabei stehen uns Klassen- und Geschlechterverhältnisse genauso im Weg wie Rassismus und Nationalismus. Diese Verhältnisse gilt es umzuwerfen – dafür wollen wir als Linksradikale in die Offensive kommen. Wo sind die Gruppen, die diese Ausrichtung teilen? Welche Themen wurden bisher vernachlässigt? Wir wollen uns austauschen, welche Inhalte, Strategien und Kämpfe wir derzeit verfolgen, um einer bedürfnisorientierten Gesellschaft näherzukommen. Perspektivisch wollen wir eine engere Zusammenarbeit linksradikaler Gruppen in Thüringen anstoßen.

Alle Infos zum restlichen Programm, die Liste der Unterstützer*innen und den gesamten Aufruf unter www.ratschlag-thueringen.de

DIE FEUERWEHR IST NICHT GENUG! – Für eine kontinuierliche antirassistische Praxis

Von unserer [break deportation]-AG

Rassismus hat viele Gesichter und PEGIDA oder Björn Höcke sind zugegeben besonders einprägsame Fratzen. Aber auch der soziale Ausschluss und die staatliche Kriminalisierung von Geflüchteten sind ein Teil des rassistischen Normalzustandes in Deutschland. Und obwohl die Asylrechtsverschärfungen der letzten Monate eigentlich alarmierend sein sollten, wird dies derzeit viel zu wenig von unserer Seite thematisiert.

Die Feuerwehr ist nicht genug

Auch die Abschiebemaschinerie läuft derzeitig in Thüringen brutal weiter, weshalb selbstorganisierte Gruppen von Geflüchteten wie The Voice schon länger von einer „Deportationskultur“ sprechen, statt eine imaginierte deutsche „Willkommenskultur“ zu feiern. Von Abschiebungen bekommen wir jedoch wenig mit und zu den Lagern und Unterkünften, in denen Geflüchtete in und rund um Jena eingepfercht leben, fahren wir so gut wie nie. Wenn doch, dann nur in Reaktion auf Angriffe von Nazis und Rassist_innen.

So wie erst dieses Wochenende nach dem Nazi-Übergriff beim Container-Lager an der Griesbrücke. Unser spontanes Zusammenkommen mit den betroffenen Geflüchteten und den Bewohner_innen der Unterkunft war ein wichtiges Zeichen der Solidarität und auch die anschließende antifaschistische Sponti zu verschiedenen Tat- bzw. Rückzugsorten von Nazis, Burschis und AFD war die richtige Konsequenz. Aber ein solches Reagieren ist und bleibt nicht genug. Antifaschistische Feuerwehrpolitik muss mit antirassistischer Basisarbeit viel mehr Hand in Hand gehen.

Langfristige gemeinsame Organisierung

Als Teil des „Break Deportation Netzwerks“ versuchen wir deshalb seit einigen Monaten gemeinsam mit selbstorganiserten Geflüchteten und Aktivist_innen aus verschiedenen Städten in Thüringen eine Struktur mit langfristiger politischer Perspektive aufzubauen. Wir wollen kontinuierlichen Kontakt in Jenaer Unterkünfte aufbauen und dabei die politische Selbstorganisation von Geflüchteten unterstützen. Die Idee ist, dass wir weder Naziangriffe, noch Abschiebungen in Zukunft verhindern können, wenn wir keine Beziehungen aufbauen zu den Menschen, die in den Lagern leben müssen.

Anti-Abschiebe-Kämpfe finden jedoch derzeitig unter erschwerten Bedingungen statt. Seit dem Winter werden die Deportationen nicht mehr angekündigt, sondern unangekündigt im Morgengrauen durchgezogen – oft, ohne dass es in den Lagern überhaupt jemand mitbekommt.

Außerdem spitzt sich die rechtliche Situation immer weiter zu. Am kommenden Freitag soll im Bundestag darüber abgestimmt werden, ob die Liste der sogenannten „sicheren Herkunftsländer“ auf die Maghreb-Staaten ausgeweitet werden soll. Nachdem im letzten Jahr bereits die Westbalkan-Staaten (Albanien, Mazedonien, Kosovo etc.) als „sicher“ eingestuft wurden, haben Menschen aus diesen Ländern so gut wie keine Bleibeperspektive und leben in permanenter Angst vor der Abschiebung. Einige Familien aus dem Balkan, die derzeitig (noch) in Jenaer Unterkünften leben, haben die Angst, die Frustration und das absolute Unverständnis gegenüber der Unmenschlichkeit des deutschen Staates in ihrem gemeinsamen Statement kürzlich deutlich gemacht: „Ihr versteht nicht, dass wir nicht zurück können!“.

„Weil meine Freiheit mit deiner verbunden ist“

Mehr Kontake aufzubauen zu den auch in Jena in Containern und Sammelunterkünften lebenden Geflüchteten, könnte die Grundlage sein für eine zukünftige gemeinsame Organisierung auf Augenhöhe. Öfter in die Lager zu fahren, wäre ein Schritt nach vorne, vielleicht weniger spektakulär als die nächste große Antifa-Demo, aber dennoch politisch bereichernd, notwendig und vielleicht langfristig früchtetragend. Lasst uns nicht warten, bis die Brandsätze fliegen oder Menschen von der Polizei abgeholt werden, sondern jetzt und in einer regelmäßigen Praxis damit anfangen, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen, die vom Rassismus in Deutschland am meisten betroffen sind. Und vergessen wir dabei nicht, was gemeinsame Kämpfe im Sinne einer politischen Solidarität mit Geflüchteten auch für uns bedeuten können:

„Wenn du gekommen bist, um mir zu helfen, dann verschwendest du deine Zeit. Wenn du aber gekommen bist, weil deine Freiheit mit meiner verbunden ist, dann lass uns zusammen arbeiten.“ (Lilla Watson, Australische Murri-Aktivistin)

Das nächstes Treffen vom „Break Deportation Netzwerk“ findet am Samstag, dem 25. Juni um 15Uhr in Erfurt statt.
Bei Interesse meldet euch bei uns! Außerdem wird es diese Woche bei unserem 11. Solitresen im „Freiraum“ eine kurze Infoveranstaltung zu dem Projekt geben, da die Einnahmen dieses Mal dorthin fließen.

BREAK DEPORTATION! – Antirassistisches Netzwerktreffen in Jena

Am kommenden Samstag, dem 20.Februar wird es in Jena unter dem Motto BREAK DEPORTATION! ein thüringer Vernetzungstreffen gegen Abschiebungen und Isolation geben
(17Uhr | Haus auf der Mauer, Johannisplatz 26). Wir dokumentieren den Einladungstext und schließen uns dem Aufruf zu antirassistischer Intervention gegen die thüringer Abschiebemaschinerie und zu Solidarität mit den Betroffenen ausdrücklich an.

For the english version of the invitation letter click here.

Einladung zum thüringer Vernetzungstreffen gegen Abschiebungen und Isolation

In den letzten Wochen und Monaten wurden zahlreiche Roma-Familien in sogenannte „Sichere Herkunfsländer“ abgeschoben, jene Staaten auf dem Balkan, in denen Diskrimierung und Verfolgung für Roma furchtbarer Alltag ist. Weitere Abschiebungen sind für diesen Winter angekündigt, hunderte nach Deutschland geflüchtete Menschen sind von den Drohungen betroffen. Wer von ihnen die zynischen Dokumente der thüringer Ausländerbehören zur „Freiwilligen Ausreise“ nicht unterschreiben will, lebt zur Zeit in ständiger Angst vor der Abschiebung in Länder, in denen sie teilweise mit dem Tod bedroht werden.

In Zeiten von Asylrechtsverschärfungen, gesteigerter Gewalt und massenhafter rechter Mobilmachung gegen Geflüchtete wollen wir dieser abscheulichen staatlichen Praxis gemeinsam etwas entgegensetzen. Mit dem „Break Deportation“-Treffen wollen wir den Anfang für eine thüringenweite antirassistische Vernetzung mit dem Ziel praktischer Solidarität und Widerstands machen. Wir, das sind Geflüchtete, von Abschiebung bedrohte, Antirassist_innen, Menschen, die die systematische Isolation und Deportation des deutschen Staates nicht länger hinnehmen wollen.

Wir laden alle ein, mit uns zu kämpfen, selbstorganisiert und unabhängig von jenen Institutionen und Parteien die an der Abschiebungsmaschinerie beteiligt sind.< <

Jede Abschiebung ist ein Verbrechen! ALLE BLEIBEN!

Mehr Infos:
breakdeportation.blogsport.de/
Email: roma-thueringen@posteo.de