Archiv der Kategorie 'Soziale Kämpfe/ Stadt'

Festwoche im „Kulturschlachthof“! Mit Workshops zu „Recht auf Stadt“ und „Refugee Black Box“

Mit einem bunten Programm aus kulturellen und politischen Veranstaltungen wird kommende Woche in Jena das neue sozio-kulturelle Zentrum „Kulturschlachthof“ eröffnet. Wir freuen uns mit Allen, die für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen, über diesen neuen vielfältig dafür nutzbaren Raum!

Pekari auf Schloss Neuschweinstein
Mit drei Veranstaltungen beteiligen wir uns an den Festivitäten:

Am Montag, dem 06. August werden wir zusammen mit unseren FreundInnen von The VOICE – Refugee Forum einen „Refugee Black Box“-Bastelworkshop machen. In den vergangenen Jahren ist die „Black Box“ zum Symbol der politischen Autonomie und der Kämpfe von Geflüchteten gegen Abschiebung und soziale Isolation geworden. Auf kommenden Aktionen der Flüchtlingscommunity wird dieses Symbol wieder zum Einsatz kommen.

Am Dienstag, dem 07. August laden wir ab 14:00 Uhr zu einer Diskussionrunde zum Thema „Recht auf Stadt“ ein:

Freiräume. Soziale Zentren. Stadt für Alle? Unter dem Slogan “Recht auf Stadt” kämpfen wir für Bleiberecht, Selbstbestimmung und die Vergesellschaftung von Wohnraum. Doch was verbindet Kämpfe gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn mit Kulturprojekten und Freirauminitiativen? Was können selbstverwaltete Räume wie der Schlachthof zu einer Stadt-für-Alle beitragen? Und was soll das überhaupt sein, diese Stadt für Alle, und warum ist das so cool?

Anschließend zum Tagesausklang freuen wir uns auf den guten alten Solitresen, der im Kulturschlachthof möglicherweise sein neues Zuhause gefunden hat. Auf die kommenden 99 Jahre!

Beyond the red lines – Film und Infos zu Klimakämpfen

Jena goes Kohlegrube! Gemeinsam mit anderen Klima-Aktivist*innen haben wir in den vergangenen Wochen in Jena eine ENDE GELÄNDE Ortsgruppe gegründet. Die Vorbereitungen auf das Aktionswochende im Oktober laufen jetzt an. Kommende Woche zeigen wir zur Einstimmung den klimapolitischen Film „Beyond the red lines“. Kommt dazu, macht mit!

BEYOND THE RED LINES
Film- und Infoveranstaltung zu Klimakämpfen
Freitag 13. Juli | 19 Uhr im Grünen Haus (Schillergäßchen 5)

Klimagerechtigkeit wird seit Jahrzehnten gefordert und seit eben so vielen Jahrzehnten einfach aufgeschoben. Alle wissen, dass die Kohle im Boden bleiben muss, um die Klimakrise nicht noch weiter zu verschärfen. Trotzdem bleibt Deutschland Braunkohleweltmeister – nirgendwo anders wird so viel Kohle gefördert wie hierzulande. Die weltweiten Folgen sind so beträchtlich wie sie gefährlich sind: Zerstörung von wertvollen Ökosystemen, Schädigung des Grundwassers und Bodens, gesundheitliche Belastung aufgrund von Emission und Strahlung, die ganze Umsiedlung von Dörfern und Zerstörung lokaler Gemeinschaften,.. die Liste wird kein Ende finden.

Aber wir müssen dem ein Ende setzen! Im Oktober wollen wir mit vielen Menschen aus Jena, Weimar und Erfurt zu den Braunkohleprotesten ins Rheinland fahren, um gegen den Braunkohleabbau zu protestieren:
SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE!

Am Freitag Abend wird es einen Film zu verschiedenen Aktions- und Protestformen hier und über Grenzen hinweg geben, der Information, wie auch Motivation verspricht. Und im Anschluss würden wir uns freuen, wenn wir gemeinsam einen Raum für Informationsaustausch, Anregungen und Erfahrungsberichte rund um die Klimaproteste gestalten könnten und so einen Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit machen- durch Beachtung der Thematik und vielleicht ja auch darüber hinaus!?
Wir freuen uns auf einen entspannten wie spannenden Abend mit euch!

„..und jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen.“

– Naomi Klein, Klimaaktivistin

„HAMBURGER GITTER – Der G20-Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ – Filmvorführung in Jena am 05. Juli

Pünktlich zum Einjährigen der Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg freuen wir uns in Jena den Dokumentarfilm „Hamburger Gitter“ vom Berliner Filmkollektiv Leftvision zeigen zu können. Ein Film über Protest, Justiz, Sicherheit und Ordnung – und die Methoden eines Staates, der im Juli letzten Jahres sein ganzes Arsenal zu Schau trug.

HAMBURGER GITTER
Doku, BRD 2018, 76 min.
05. Juli 2018 | Kino am Markt
1. Vorstellung 19:00 Uhr (+ anschließendes Gespräch mit Teilen des Fimteams)
2. Vorstellung 21:30 Uhr

Der G20-Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit

31.000 Polizisten, brennende Autos, 20 Regierungen zu Gast – eine Stadt scheint traumatisiert. Auch ein Jahr nach dem G20-Gipfel sucht die Polizei noch mit allen Mitteln nach hunderten Verdächtigen, die Politik fordert harte Strafen, die Gerichte leisten Folge und die wenigen kritischen Stimmen verblassen im allgemeinen Ruf nach Law and Order.

17 Interviewpartner*innen aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus ziehen in diesem Film Bilanz. Welche Freiheitsrechte konnten in Hamburg dem Druck standhalten? War dieser Ausnahmezustand der Startschuss für eine neue sicherheitspolitische Normalität?

Trailer: Hamburger Gitter (YouTube)

Website zum Film: hamburger-gitter.org

„Recht auf Stadt“-Infostand in der Jenaer Innenstadt

Nach der „Stadt für Alle“-Messe im März und der Mietparade im April, sind wir nun wieder gegen Mietenwahnsinn und für eine „Stadt für Alle“ auf die Straße gegangen – diesmal war die Aktionsform ein wohnungspolitischer Infostand. Wir dokumentieren hier den Bericht der Initiative „Recht auf Stadt“:

„Recht auf Stadt“-Infostand in der Jenaer Innenstadt
Vergangenen Samstag, den 09. Juni haben wir als Initiative zusammen mit dem „Recht auf Stadt“-Arbeitskreis von Pekari in der Innenstadt einen wohnungspolitischen Infostand gemacht. Von 14:00 bis 18:00 standen wir in der Löbderstraße und haben viele frustrierende, aber auch ermutigende Gespräche mit Jenaer BürgerInnen über die aktuelle Wohnungssituation in der Stadt geführt.

Mit Flyern, Transparenten und Plakaten haben wir dabei dem wachsenden Unmut über steigende Mieten und dem Mangel an sozialem Wohnungsbau Ausdruck verliehen, sowie zu unserem im Juli startenden „Miettreff“ eingeladen. Bei diesem regelmäßigen Treffpunkt wollen wir in Zukunft Austausch und gegenseitige Unterstützung unter MieterInnen ermöglichen und wenn nötig Protest organisieren.

Die vor einigen Monaten in Lobeda gegründete Initiative von MieterInnen der jenawohnen war am Samstag ebenfalls vor Ort und mit Flyern auf ihren Protest gegen die laufenden Mieterhöhungen aufmerksam gemacht. Gemeinsam haben wir zahlreiche Unterschriften gesammelt, um über einen Einwohnerantrag die Rekommunalisierung der jenawohnen auf die Tagesordnung des Stadtrates zu bekommen.

Desweiteren haben wir am Infostand im Rahmen einer thüringenweiten Aktion orangene A2-Preisschilder verteilt. Auf diesen kann jede Person selbstständig den Anteil ihres Einkommens, der für die Miete ausgegeben werden muss, eintragen, um sie anschließend ins Fenster zu hängen. Bereits jetzt sind einige dieser Preisschilder in Jena, Weimar und Erfurt im Stadtbild präsent und machen deutlich, dass die Mietbelastungsquote bei vielen Menschen den kritischen Wert von 30% längst überschritten hat.

Der rege Informationsaustausch am Infostand hat uns darin bestätigt, dass der Unmut über steigende Mieten auch in Jena enorm ist. Unsere Forderung nach einer „Stadt für Alle“, in der Wohnraum keine Ware ist, muss in Zukunft also noch lauter werden.

Wir sehen uns auch in Zukunft auf der Straße.

„FESTIVAL DER DEMOKRATIE“ – Filmvorstellung und -diskussion

Mittwoch, 18. April | 19 Uhr | Kino am Markt

Wir freuen uns, zusammen mit dem Kino am Markt den Dokumentarfilm „Festival der Demokratie“ in Jena präsentieren zu können. Höchste Zeit die bewegenden Tage des Juli 2017 nocheinmal revue passieren zu lassen und einen der größten und brutalsten Polizeieinsätze in der Geschichte der BRD kritisch zu beäugen!

Am 7. und 8. Juli 2017 trafen sich die Regierungsvertreter*innen der EU und die 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Erde in Hamburg. Innensenator Andy Grote kündigte das G20-Treffen als „Festival der Demokratie“ an. Über 30.000 Polizist*innen waren in der Stadt um das Treffen zu schützen, 100.000 Menschen kamen um dagegen zu demonstrieren. Lars Kollros und Alexandra Zaitseva haben die Proteste mit Ihren Kameras begleitet. In den letzten Monaten wurden zusätzlich noch einige Interviews gefilmt. Dieser Dokumentarfilm arbeitet die Proteste und die Handlungen der Polizei kritisch auf. Der Film wurde von über Crowdfunding von über 200 Spender*innen finanziert und ermöglicht.

Mehr zum Film und Screenings in anderen Städten: www.festival-der-demokratie.de